https://www.faz.net/-gqe-99xc6

Gegen Martin Winterkorn : Sagte VW-Chef Diess geheim vor dem FBI aus?

  • Aktualisiert am

Herbert Diess hat kürzlich die Führung von Volkswagen übernommen von Matthias Müller, der nach Winterkorn das Ruder übernahm. Bild: EPA

Amerika hat Haftbefehl gegen den früheren Volkswagen-Chef Winterkorn erlassen. Spielte sein Nachfolger eine Rolle dabei? Ein Bericht legt das nahe.

          Gerade hat die amerikanische Justiz bekannt gemacht, dass sie den früheren Volkswagen-Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn angeklagt hat. Dem ehemaligen Manager drohen bis zu 25 Jahre Haft, vor einem Zugriff der Behörden ist er mittlerweile wohl nur noch in Deutschland sicher. Aus Sicht der Ermittler in Amerika befindet er sich auf der Flucht.

          Die Frage steht im Raum: Was wissen die amerikanischen Ermittler genau über Winterkorns Rolle im Skandal um die manipulierten Abgaswerte, der den größten Autohersteller der Welt bislang einen zweistelligen Milliardenbetrag gekostet hat? Und: Woher wissen sie das?

          Freies Geleit für Diess

          Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung womöglich von Herbert Diess. Der seit kurzer Zeit amtierende Konzernchef sei um den Monatsbeginn herum in die Vereinigten Staaten gereist und habe sowohl mit der Bundespolizei FBI als auch mit dem Justizministerium gesprochen, berichtet die Zeitung. An den Gesprächen soll demnach auch Larry Thompson teilgenommen haben, der von Washington in Wolfsburg installierte Beobachter.

          Weder Volkswagen noch die amerikanische Justiz wollen sich dazu äußern. Der Zeitungsbericht legt indes nahe, dass es möglicherweise einen Zusammenhang zwischen der Aussage des VW-Chefs und der ihm von den amerikanischen Behörden gerade zugesicherten Reisefreiheit gibt. Diese wurde am Montag bekannt – und ist durchaus ungewöhnlich.

          Das Justizministerium in Washington erlaube Diess, in der ganzen Welt zu reisen, ohne eine Verhaftung im Zusammenhang mit der Abgasaffäre befürchten zu müssen, meldete der Finanzdienst Bloomberg und berief sich dabei auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Zudem habe Diess die mündliche Zusage erhalten, dass er vorab informiert werde, wenn die amerikanischen Staatsanwälte ihn wegen manipulierter Abgaswerte anklagen wollen.

          Diess wechselte im Jahr 2015 von BMW zum Volkswagen-Konzern, nur einige Monate bevor die amerikanische Umweltbehörde den Sachverhalt öffentlich gemacht hatte. Diess selbst wird in den Vereinigten Staaten bislang nicht formell beschuldigt.

          Weitere Themen

          Wer war’s?

          FAZ Plus Artikel: Nach Hacker-Angriff : Wer war’s?

          Der Hacker-Angriff hat die Öffentlichkeit aufgescheucht. Doch womit hat es Deutschland hier eigentlich zu tun? Und mit wem? Eine Spurensuche im Labyrinth der Hacker und Youtuber.

          5G ohne Huawei? Video-Seite öffnen

          Vorwurf der Spionage : 5G ohne Huawei?

          Ideenklau und Technologiediebstahl sind nur zwei der Vorwürfe, die die amerikanische Justiz dem chinesischen Elektrounternehmen vorwirft. Australien und Neuseeland haben den Ausrüster bereits sanktioniert.

          Trump mauert

          Auftritt in Texas : Trump mauert

          Während das Kräftemessen mit den Demokraten andauert, reist der Präsident an die mexikanische Grenze nach McAllen. Dort wirbt er für seinen Mauer-Plan – und redet sich in Rage. Der Bürgermeister des Ortes hält wenig davon.

          Topmeldungen

          Rechte AfD-Abspaltung : Hauptsache: Dagegen!

          Beim ersten Auftritt vor seinen Anhängern nach der Neugründung rechnet André Poggenburg mit der AfD ab und verspricht, mit seiner neuen Partei AdP das Land zu retten.

          TV-Kritik: Maischberger : Verdruss als System

          Sanktionen für Hartz-IV-Empfänger sollen abschrecken. Und zwar auch alle, die noch nicht betroffen sind. Bei Sandra Maischberger wurden Zuschauer mit sozialem Schrecken geimpft – für ein System von gestern.
          Unser Sprinter-Autor: Martin Benninghoff

          FAZ.NET-Sprinter : Knapp davongekommen

          Theresa May und Alexis Tsipras überstehen die Misstrauensvota in ihren Parlamenten. Dennoch muss man sich derzeit – wer hätte das gedacht – mehr Sorgen um Großbritannien als um Griechenland machen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.