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F.A.S. exklusiv : Muss Ferdinand Piech für den VW-Abgasskandal zahlen?

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Da war er noch Aufsichtsratsvorsitzender von Volkswagen: Ferdinand Piech im Oktober 2010 Bild: dpa

VW-Aufsichtsrat Hofmann will Ansprüche gegen den ehemaligen Aufsichtsratschef prüfen lassen. Auch zur Millionenabfindung für Ethik-Chefin Hohmann-Dennhardt findet er klare Worte.

          VW-Großaktionär Ferdinand Piech muss sich womöglich auf Schadenersatzforderungen des VW-Konzerns einstellen. Dies sagte Jörg Hofmann, VW-Aufsichtsrat und IG Metall-Chef, der F.A.S. Ferdinand Piech hatte gegenüber der Staatsanwaltschaft Braunschweig ausgesagt, dass er den damaligen Vorstandschef Martin Winterkorn früher als bisher zugegeben über die Manipulation der Diesel-Motoren unterrichtet habe. Damit belastet Piech den ehemaligen Konzernchef - aber auch sich selbst, und das hätte Folgen wie VW-Aufsichtsrat Hofmann in der F.A.S. ausführt:

          Träfe die Aussage zu, dann stelle sich die Frage, „ob Professor Piëch seine Pflichten als damaliger Aufsichtsratsvorsitzender erfüllt hat“, sagte Hofmann und droht: „Dann sind mögliche Haftungsansprüche zu prüfen“ Anders ausgedrückt: Piech müsste von Volkswagen auf Schadenersatz verklagt werden. Für Martin Winterkorn gilt laut VW-Aufsichtsrat Hofmann dasselbe: War der ehemalige Vorstandsvorsitzende tatsächlich früher in die kriminellen Machenschaften seiner Ingenieure eingeweiht, wie von Piech insinuiert, dann „werden wir das in die laufende Prüfung möglicher Haftungsansprüche gegen Organmitglieder einbeziehen“, sagt Hofmann.

          Außerdem verlangt der Gewerkschafter in der Sonntagszeitung ein Ende der Gehaltsexzesse im VW-Konzern: „Wir brauchen eine Kappung der Vorstandsvergütung“, fordert Hofmann, „die astronomischen Zahlen der Vergangenheit mit zweistelligen Millionenbeträgen sind weder gesellschaftlich vermittelbar noch gerechtfertigt, wenn man das Prinzip von Leistung und Verantwortung als Maßstab gerechter Vergütung nicht absurdum führen will.“

          Nach dem Manipulationsskandal befindet sich VW in der tiefsten Krise des Unternehmens. Öffnen

          Die Ziele für die Gewährung von Boni müssten deutlich anspruchsvoller werden, betont der IG Metall-Vorsitzende: „Die Transformation des Konzerns in einen modernen Mobilitätsanbieter und die Umsetzung einer Konzernstrategie, die Beschäftigung sichert, müssen aus unserer Sicht bei der Bemessung der Vergütung entscheidendes Gewicht haben.“

          Im Streit um die teuer abservierte Vorstandsfrau Christina Hohmann-Dennhardt, die erst vor einem Jahr als Aufklärerin von Daimler zu VW geholt wurde, attackiert Hofmann die aktuelle VW-Führungsriege um Vorstandschef Matthias Müller. Hofmann wörtlich: „Hier wurde ein Führungsproblem mit Geld gelöst. Wir haben mehrfach darauf gedrängt, dass sich der Konzernvorstand für ein ergebnisorientiertes und kooperatives Handeln aller Beteiligten einsetzt. Dass dies dem Konzernvorstand offensichtlich nicht gelang und eine Trennung beidseitig als unvermeidlich gesehen wurde, ist mehr als bedauerlich.“

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