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Neues Gremium : Das Kraftfahrt-Bundesamt soll verbrauchernäher werden

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Dem Verkehrsministerium nachgeordnet: Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg Bild: dpa

Immer wieder – und erst recht seit dem Abgasskandal – wurde dem Kraftfahrt-Bundesamt „Kungelei“ mit der Autoindustrie vorgeworfen. Jetzt werden erste Versuche unternommen, den Eindruck zu korrigieren.

          Mithilfe eines Beirats soll das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) Verbraucher- und Umweltinteressen künftig stärker berücksichtigen. Das Gremium soll ferner dazu beitragen, dass die Transparenz der Behörde deutlich gesteigert wird. Das geht aus einem internen Konzept hervor. Das Gremium setzt sich zusammen aus Vertretern von Bundesministerien sowie von Wirtschafts-, Verkehrs-, Umwelt- und Verbraucherverbänden. Die erste Sitzung soll unter Leitung von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) am 23. August stattfinden.

          Der Vorsitzende des Gremiums soll von den Mitgliedern gewählt werden. Der Beirat könne „Verbraucher-, Umwelt- und Wirtschaftsfragen“ diskutieren, die im Zusammenhang mit der Erteilung von Typgenehmigungen und der Marktüberwachung entstehen und dazu Empfehlungen abgeben, wie es in dem Konzept heißt. „Der Beirat soll dazu beitragen, die Prüftätigkeiten des KBA stetig an die Entwicklung neuer Technologien anzupassen und für eine deutliche Steigerung der Transparenz der Arbeit der Behörde sorgen.“

          Autolobby im Verbraucherbeirat

          Beim „Dieselgipfel“ von Politik und Autoindustrie vor einem Jahr waren verschiedene Maßnahmen vereinbart worden. So ging es darum, die schlechte Luft in deutschen Städten durch sauberere Dieselautos zu verbessern. Daneben wurde auch vereinbart, dass beim KBA ein „Verbraucherbeirat“ eingerichtet wird. In diesem Gremium sitzen nun aber auch Vertreter von Wirtschaftsverbänden.

          Laut Konzept sind neben verschiedenen Ministerien auch Vertreter des Auto-Branchenverbandes VDA, des Importeurverbands VDIK und des TÜV Nord in dem Beirat. Dabei sind auch der ADAC, der Verbraucherzentrale-Bundesverband und der Naturschutzbund sowie die Forschungsorganisation International Council on Clean Transportation (ICCT), die den VW-Diesel-Skandal in den Vereinigten Staaten mit aufgedeckt hatte.

          Zuständig für Genehmigungen und Rückrufe

          In diesem Zusammenhang wurde die Rolle des KBA von Umweltverbänden und der Opposition scharf kritisiert. Die Behörde habe Hinweise auf Tricksereien bei Abgaswerten ignoriert; die Linke sprach in einem Sondervotum zum Abschlussbericht des Abgas-Untersuchungsausschusses von einer „organisierten Verantwortungslosigkeit“ des KBA. Der Behörde wurde eine „Kungelei“ mit der Autobranche vorgeworfen. Seit langem gibt es Forderungen, das Amt grundlegend umzubauen.

          Die Behörde, die dem Bundesverkehrsministerium untergeordnet ist, erteilt Genehmigungen für neue Fahrzeugtypen, die die Einhaltung von Abgasgrenzwerten voraussetzen. Das KBA ist ferner zuständig für Rückrufe von Fahrzeugen bei Abgas-Manipulationen. Das Amt prüft auch Konzepte der Autobauer für Software-Updates von Herstellern für ältere Dieselfahrzeuge, die den Schadstoff-Ausstoß senken sollen.

          Beirat trifft sich mindestens zweimal im Jahr

          Zu den Schwerpunkten des Beirats gehört es laut Konzept, „grundsätzliche gutachterliche Äußerungen oder Stellungnahmen zu auftretenden Verbraucher- und Umweltfragen im Zusammenhang mit der vorgesehenen Nachrüstung von Diesel-Fahrzeugen“ zu erstellen. Das Gremium solle gegebenenfalls „erforderliche Verbesserungen“ anraten und daneben Empfehlungen abgeben, wie die Transparenz des KBA bei Entscheidungen für Verbraucher erhöht werden kann.

          Die Arbeit des Beirats, der aus maximal 17 Mitgliedern besteht und mindestens zweimal im Jahr vom KBA einberufen werden soll, wird laut Konzept nach einem Jahr überprüft. Er soll dann aber als ständiger Beirat eingerichtet werden. Die Mitglieder sollen für fünf Jahre berufen werden.

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