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Integrität und Recht : Hohmann-Dennhardt wechselt in den VW-Vorstand

  • Aktualisiert am

Kommt neu zu VW: Christine Hohmann-Dennhardt Bild: Helmut Fricke

Schon wieder hat der Abgasskandal eine personelle Auswirkung. VW bekommt eine neue Vorstandsfrau: Christine Hohmann-Dennhardt wechselt von Daimler zum VW-Konzern und wird dort für Integrität und Recht zuständig sein.

          Nach dem Abgasskandal bei VW gibt es eine neue Personalie: Die Daimler-Vorstandsfrau Christine Hohmann-Dennhardt wechselt zum Januar kommenden Jahres zum VW-Konzern. Das gaben die beiden Autobauer am Freitag bekannt. Hohmann-Dennhardt wird bei VW für das Ressort Integrität und Recht zuständig sein. Eben dieses Ressort führt sie bislang auch schon beim Daimler-Konzern.

          Die 65 Jahre alte promovierte Juristin soll Volkswagen helfen, den Abgasskandal zu bewältigen. Die Wolfsburger hatten die Schaffung eines neuen Ressorts für Compliance schon bekanntgegeben. Zwar hatte Volkswagen - auch als Lehre aus anderen Affären wie den Lustreisen von Betriebsräten auf Firmenkosten - den Kampf gegen Regelverstöße schon seit längerem als wichtige Unternehmensfunktion erkannt. In Person von Frank Fabian gab es im Konzern seit 2001 einen sogenannten Compliance Officer. Jetzt wird der Posten durch das neue Vorstandsressort noch einmal aufgewertet. Siemens und Daimler hatten bei großen Schmiergeldfällen ähnlich reagiert, um die Behörden milde zu stimmen.

          Erste Frau im Vorstand von VW

          Neben ihrer Funktion als Richterin am Bundesverfassungsgericht war Hohmann-Dennhardt in der Vergangenheit auch hessische Justizministerin für die SPD. Sie wird zur ersten Vorstandsfrau in der Geschichte des VW-Konzerns.

          „Wir freuen uns, dass wir Frau Dr. Hohmann-Dennhardt für diese verantwortungsvolle Aufgabe gewinnen konnten und auf ihre herausragende Fachkompetenz und Erfahrung bauen können", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende der Volkswagen AG, Hans Dieter Pötsch laut Pressemitteilung. Daimler entlässt Hohmann-Dennhardt vorzeitig aus ihrem Vertrag, damit sie ihr neues Amt bekleiden kann.

          Unterdessen wurde bekannt, dass Volkswagen weltweit im September weniger Autos verkauft hat als vor einem Jahr. Schuld war vor allem die schwache Nachfrage in Schwellenländern. Im vergangenen Monat seien 885.300 Fahrzeuge zu den Kunden gerollt, 1,5 Prozent weniger als vor Jahresfrist, teilte der Autobauer am Freitag mit. Seit Jahresbeginn schrumpfte der Absatz auf der ganzen Welt ebenfalls um 1,5 Prozent auf 7,43 Millionen Fahrzeuge. In Europa hatte Volkswagen die Verkäufe im September dagegen steigern können.

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