https://www.faz.net/-gqe-97gyj

Diesel-Affäre : BMW spielte falsche Abgas-Software auf

  • Aktualisiert am

In der Münchner BMW-Zentrale muss man sich nun kritische Nachfragen gefallen lassen Bild: dpa

Eine irrtümlich aufgespielte Software sorgt nun für einen Rückruf: BMW muss 12.000 Dieselmotoren korrigieren. Eine peinliche Lage für den selbsternannten Saubermann der Branche.

          BMW hat in einigen Modellen der ausgelaufenen 7er Reihe eine falsche Software aufgespielt. Sie passt nicht zu der Abgasnachbehandlung der Motoren. Daraus entspringt der Vorwurf, auch der bayerische Autohersteller arbeite mit manipulierender Software. BMW spricht von einem Irrtum. Es geht um eine Modellpflege der Baujahre 2016 und 2017.

          Dabei wurde nach Darstellung von BMW für die meisten Motoren im Mittelklassemodell 5er und im Oberklassemodell 7er eine erweiterte Abgasnachbehandlung verbaut, nicht jedoch in den Hochleistungs-Triebwerken mit den Bezeichnungen M550d und 750d. Es wurde jedoch überall dieselbe neue Software aufgespielt. Die Abweichung sei BMW bei internen Tests aufgefallen, daraufhin sei das Kraftfahrtbundesamt informiert worden, nun folgten Rückruf und Korrektur für 11.700 Fahrzeuge. BMW spricht von einem Irrtum, nicht von Betrug, befindet sich aber in peinlicher Defensive, weil die Tatsache zunächst über andere Quellen öffentlich wurde und nicht durch BMW selbst.

          Gerade erst hatte das Kraftfahrtbundesamt BMW fehlerfreie Autos attestiert und der die Hersteller attackierenden Deutschen Umwelthilfe unlautere Messmethoden nachgewiesen. Die gesamte Autoindustrie sieht sich seit zwei Jahren dem Verdacht ausgesetzt, wie Volkswagen Abgasgrenzwerte nur mit Betrug einhalten zu können.

          Unterdessen haben die Bayern für ihre Marke Mini einen chinesischen Partner für den Bau eines elektrischen Mini in China gefunden. Er wird zusammen mit Great Wall gefertigt. Bislang sind aber Investitionssumme und Produktionsstart noch offen. Von einer lokalen Produktion versprechen sich die Münchner einen Wettbewerbsvorteil auf dem weltweit größten Markt für batteriebetriebene Autos. Auch der Konkurrent Daimler will Modelle seiner neuen Elektromarke EQ in China fertigen.

          BMW arbeitet seit 2003 in China mit dem Autohersteller Brilliance zusammen. Dieses Gemeinschaftsunternehmen solle unabhängig von den Plänen mit Great Wall ausgebaut werden, heißt es. Sorgen in Großbritannien, die Fertigung in China könnte zur internen Konkurrenz werden, versuchte BMW zu zerstreuen. Im britischen Stammwerk Oxford soll das erste Elektromodell von Mini ab 2019 gebaut werden.

          Weitere Themen

          Toblerone ist jetzt halal

          Schokolade für Muslime : Toblerone ist jetzt halal

          Schokolade enthält weder Alkohol noch Schweinefleisch. Eine Halal-Zertifizierung sollte deshalb unkompliziert sein. Das Unternehmen hofft auf muslimische Kunden. Doch jetzt erhitzt der Vorgang die Gemüter.

          Letztes Bergwerk Deutschlands schließt Video-Seite öffnen

          Schicht im Schacht : Letztes Bergwerk Deutschlands schließt

          Bis zu 600.000 Menschen arbeiteten zur Hochzeit der Steinkohle in den Zechen des Ruhrgebiets. Bald wird hier auch das letzte dichtgemacht. Die Arbeiter unter Tage können das nicht so ganz verstehen - denn fossile Brennstoffe werden immer noch gebraucht.

          Topmeldungen

          Donald Trump

          Wegen illegaler Geschäfte : Trumps Stiftung wird aufgelöst

          Die New Yorker Staatsanwaltschaft findet klare Worte für die Privatstiftung des Präsidenten: Sie war „wenig mehr als ein Scheckbuch, um unternehmerischen und politischen Interessen von Herrn Trump zu dienen“.

          FAZ Plus Artikel: F.A.Z.-Interview : Merz traut sich ein Ministeramt zu

          Der unterlegene Kandidat für den CDU-Vorsitz ist bereit, „mit ganzer Kraft in die Politik zu gehen“. Ein exklusives Gespräch mit Friedrich Merz über seine Ambitionen, seine Rede auf dem Parteitag und über Gerüchte, mit denen er nichts anfangen kann.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.