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Abgasskandal : Erster deutscher Anleger klagt gegen Volkswagen

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VW-Zeichen am Volkswagen-Motorenwerk in Salzgitter: Hier wurde die Produktion Mitte der Woche zurückgefahren Bild: dpa

Um 40 Prozent ist die Volkswagen-Aktie wegen des Abgasskandals eingebrochen, in Amerika muss VW mit Sammelklagen rechnen. Am Abend hat nun in Deutschland der erste Aktionär Schadensersatzklage eingereicht.

          VW muss sich nicht nur in Amerika, sondern auch in Deutschland auf langwierige juristische Auseinandersetzungen einstellen. Am Donnerstagabend hat der erste Anleger Klage beim Landgericht Braunschweig eingereicht, wie sein Tübinger Anwalt Andreas Tilp der F.A.Z. mitteilte.

          Der Kläger fordert 20.000 Euro Schadensersatz für die erlittenen Kursverluste; an den Tagen nach Bekanntwerden des Manipulations-Skandals war der Aktienkurs um 40 Prozent eingebrochen. Die Anleger verloren damit rund 60 Euro je Aktie.

          Der Kläger dürfte mit seinem Anliegen nicht allein bleiben, denn nach Auffassung von Tilp sind alle diejenigen Aktionäre betroffen, die zwischen dem 6. Juni 2008 und dem 17. September 2015 Wertpapiere des Konzerns gekauft haben, also dem Zeitraum zwischen dem ersten Antrag auf Zulassung eines manipulierten Jetta-Modells in Amerika und dem Bekanntwerden des Skandals. Am 18. September hatte die amerikanische Umweltbehörde EPA die Manipulationen publik gemacht und Strafen von bis zu 18 Milliarden Dollar angedroht.

          Anders als in den Vereinigten Staaten muss VW hierzulande keine Sammelklagen von Millionen Geschädigten fürchten. Allerdings können enttäuschte Anleger mithilfe eines Musterverfahrens massenhaft Schadensersatz einfordern. Dazu zeigt sich Anlegeranwalt Tilp entschlossen.

          Anlegeranwalt Tilp

          Vor zwei Wochen war in den Vereinigten Staaten herausgekommen, dass Volkswagen mit einem Computerprogramm die Abgaswerte bei Dieselwagen manipuliert hat. Weltweit sind nach Konzernangaben bis zu elf Millionen Fahrzeuge betroffen, davon rund 2,8 Millionen in Deutschland. Konzernchef Martin Winterkorn trat Mittwoch vergangener Woche zurück.

          Angesichts der riesigen Dimension rechnet Volkswagen mit einer langen Aufarbeitung des Abgas-Skandals. Die Untersuchungen würden „mindestens mehrere Monate“ in Anspruch nehmen, teilte der Konzern mit. Eine für den 9. November geplante außerordentliche Hauptversammlung wurde deswegen abgesagt. Es sei nicht realistisch, „binnen weniger Wochen zu fundierten Antworten zu kommen, die den berechtigten Erwartungen der Aktionäre entsprechen“.

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