https://www.faz.net/-gqe-9m64c

Diesel-Affäre : VW zahlte Skandalmanager fast eine Million Boni

  • Aktualisiert am

Das Volkswagen-Logo steht auf dem Dach des Verwaltungshochhauses im VW-Werk in Wolfsburg. Bild: dpa

Untreue lautet der Vorwurf in einem neuen Verfahren im VW-Skandal. Der Konzern soll einer Schlüsselfigur auch nach Bekanntwerden der Dieselaffäre jahrelang Bonuszahlungen genehmigt haben.

          Im Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Dieselmotoren von Volkswagen hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig ein neues Ermittlungsverfahren wegen des Verdachtes der Untreue eingeleitet. Das berichtet die Zeitung „Bild am Sonntag“. Demnach geht es um illegale Bonuszahlungen, die einer der Schlüsselfiguren nach Beginn der Diesel-Affäre erhalten hat. Bei ihm handelt es sich um einen der fünf VW-Manager, gegen die die Braunschweiger Staatsanwaltschaft vergangene Woche Anklage wegen Betrugs erhoben hatte. Zu den Angeklagten zählt auch der frühere Vorstandschef Martin Winterkorn.

          Bei den neuen Untreue-Ermittlungen beschlagnahmte die Justiz dem Bericht zufolge am 28. Januar entsprechende Vergütungsunterlagen des VW-Managers. Volkswagen zahlte dem Angeklagten demnach zwischen 2016 und 2018 Boni in Höhe von 866.000 Euro, obwohl er wegen der Affäre längst freigestellt war. Der Konzern hatte mit ihm zuvor einen umstrittenen Vertrag geschlossen. Demnach bekam er sein Gehalt weiter und musste lediglich für Fragen von Behörden zur Abgasaffäre zur Verfügung stehen.

          Zahlungen ohne Grundlage?

          Der Vertrag bilde nach Ansicht der Ermittler keine Grundlage für derartige Bonuszahlungen, heißt es. Vielmehr habe der Manager durch sein Mitwirken im Dieselskandal gegen Verhaltensgrundsätze des Konzerns verstoßen, so die Staatsanwälte.

          Unklar ist laut „Bild am Sonntag“ noch, wer die Boni im Konzern genehmigte. Auf Anfrage der Zeitung bestätigte ein Sprecher den Vorgang. Zu den Untreue-Vorwürfen äußerte sich der Konzern aufgrund der laufenden Ermittlungen nicht.

          Volkswagen hatte im Herbst 2015 auf Druck der amerikanischen Umweltbehörden zugegeben, Dieselabgaswerte durch eine spezielle Software so manipuliert zu haben, dass die Fahrzeuge die gesetzlichen Grenzwerte auf dem Prüfstand zwar einhielten, im normalen Betrieb aber nicht.

          Weitere Themen

          60 Satelliten auf einmal ins All Video-Seite öffnen

          Internet 2.0 von SpaceX : 60 Satelliten auf einmal ins All

          Die erdnahen Trabanten stellen die erste Stufe eines geplanten Netzwerks des Internetdiensts Starlink dar, das Hochgeschwindigkeits-Internet für zahlende Kunden auf der ganzen Welt zur Verfügung stellen soll. Starlink ist ein Projekt des Unternehmers Elon Musk.

          Nach langem Anlauf fusioniert Video-Seite öffnen

          T-Mobile US und Sprint : Nach langem Anlauf fusioniert

          Ein Zusammenschluss der Nummer drei und Nummer vier des amerikanischen Mobilfunkmarktes war in den vergangenen Jahren schon zwei Mal gescheitert. Jetzt steht nur noch das Justizministerium als einzige Hürde im Weg.

          Topmeldungen

          Nach Mays Ankündigung : Brexit-Opfer

          Das Brexit-Thema wurde May wie zuvor schon Cameron zum politischen Verhängnis – und es ist eine Last, die auch die kommende Regierung nicht einfach abschütteln kann. Die EU allerdings auch nicht.
          Ein Vapiano Restaurant in der Münchner Innenstadt

          30 Millionen Euro : Vapiano erhält dringend benötigte Kredite

          Vapiano verkündete zuletzt eine schlechte Nachricht nach der anderen: Gewinnwarnungen, Abgänge von Spitzenpersonal, tiefrote Zahlen. Jetzt hat sich die angeschlagene Restaurantkette eine wichtige Geldspritze gesichert.

          Ehemaliger Außenminister : Tillerson keilt gegen Trump

          Mehr als ein Jahr nach seiner Entlassung spricht Trumps ehemaliger Außenminister Rex Tillerson im Kongress über seine Amtszeit. Dabei erhärtet er eine Sorge vieler Beobachter.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.