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Diesel-Affäre : VW zahlte Skandalmanager fast eine Million Boni

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Das Volkswagen-Logo steht auf dem Dach des Verwaltungshochhauses im VW-Werk in Wolfsburg. Bild: dpa

Untreue lautet der Vorwurf in einem neuen Verfahren im VW-Skandal. Der Konzern soll einer Schlüsselfigur auch nach Bekanntwerden der Dieselaffäre jahrelang Bonuszahlungen genehmigt haben.

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          Im Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Dieselmotoren von Volkswagen hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig ein neues Ermittlungsverfahren wegen des Verdachtes der Untreue eingeleitet. Das berichtet die Zeitung „Bild am Sonntag“. Demnach geht es um illegale Bonuszahlungen, die einer der Schlüsselfiguren nach Beginn der Diesel-Affäre erhalten hat. Bei ihm handelt es sich um einen der fünf VW-Manager, gegen die die Braunschweiger Staatsanwaltschaft vergangene Woche Anklage wegen Betrugs erhoben hatte. Zu den Angeklagten zählt auch der frühere Vorstandschef Martin Winterkorn.

          Bei den neuen Untreue-Ermittlungen beschlagnahmte die Justiz dem Bericht zufolge am 28. Januar entsprechende Vergütungsunterlagen des VW-Managers. Volkswagen zahlte dem Angeklagten demnach zwischen 2016 und 2018 Boni in Höhe von 866.000 Euro, obwohl er wegen der Affäre längst freigestellt war. Der Konzern hatte mit ihm zuvor einen umstrittenen Vertrag geschlossen. Demnach bekam er sein Gehalt weiter und musste lediglich für Fragen von Behörden zur Abgasaffäre zur Verfügung stehen.

          Zahlungen ohne Grundlage?

          Der Vertrag bilde nach Ansicht der Ermittler keine Grundlage für derartige Bonuszahlungen, heißt es. Vielmehr habe der Manager durch sein Mitwirken im Dieselskandal gegen Verhaltensgrundsätze des Konzerns verstoßen, so die Staatsanwälte.

          Unklar ist laut „Bild am Sonntag“ noch, wer die Boni im Konzern genehmigte. Auf Anfrage der Zeitung bestätigte ein Sprecher den Vorgang. Zu den Untreue-Vorwürfen äußerte sich der Konzern aufgrund der laufenden Ermittlungen nicht.

          Volkswagen hatte im Herbst 2015 auf Druck der amerikanischen Umweltbehörden zugegeben, Dieselabgaswerte durch eine spezielle Software so manipuliert zu haben, dass die Fahrzeuge die gesetzlichen Grenzwerte auf dem Prüfstand zwar einhielten, im normalen Betrieb aber nicht.

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