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Diesel-Affäre : Manager an deutsche Justiz überliefert

Der langjährige VW-Ingenieur James Robert Liang (l) während des Prozesses im Diesel-Skandal vor dem Gericht in Detroit (USA) am 09.09.2018. Bild: dpa

Der ehemalige VW-Ingenieur James Liang, der als erster Manager in den Vereinigten Staaten im Rahmen des Abgas-Skandals verurteilt wurde, ist wieder in Deutschland. Und hofft nun auf Aussetzung seiner Haftstrafe.

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          Der in den Vereinigten Staaten wegen des Skandals um manipulierte Diesel-Abgaswerte verurteilte frühere Volkswagen-Ingenieur James Liang ist zurück in Deutschland. Nach Einschätzung seines Anwalts könnte er hier seine Reststrafe erlassen bekommen und damit bald wieder in Freiheit sein. Das niedersächsische Landeskriminalamt bestätigte Medienberichte, nach denen Polizisten Liang kürzlich in New York abholten und in die Bundesrepublik brachten. Liang war der erste langjährige Volkswagen-Mitarbeiter, der aufgrund der Diesel-Affäre in den Vereinigten Staaten zu einer Haftstrafe von drei Jahren und vier Monaten und der Zahlung von 200 000 Dollar verurteilt worden war. Nach ihm hatte die amerikanische Justiz auch Oliver Schmidt zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Wegen seiner Rolle in den Abgasmanipulationen war Schmidt, der die Kommunikation mit den amerikanischen Behörden steuerte, im Dezember 2017 zu sieben Jahren Gefängnis und 400 000 Dollar verurteilt worden. Gegen zahlreiche weitere Beschuldigte – unter ihnen auch der frühere VW-Chef Martin Winterkorn – liegen in Amerika wegen des Dieselbetrugs Haftbefehle vor. Die Amerikaner suchen sie mit internationalem Haftbefehl, ihre Reisemöglichkeiten sind daher erheblich eingeschränkt.

          Carsten Germis

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Marcus Jung

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Liangs Anwalt Gero von Pelchrzim bestätigte, dass sein Mandant schon seit Dienstagmorgen wieder in Deutschland sei. Er warte derzeit darauf, in eine Justizvollzugsanstalt in Niedersachsen verlegt zu werden. „Wir arbeiten daran, dass das letzte Drittel der Haftstrafe ausgesetzt wird“, sagte von Pelchrzim.

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