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Schwierige Konjunktur : Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft verdüstert sich

Die Hochkonjunktur ist in vielen Branchen vorbei Bild: dpa

Schlechte Lage, schlechter Ausblick, schlechte Zahlen – deutsche Unternehmen werden immer pessimistischer. Das gilt längst nicht mehr nur für die Industrie.

          2 Min.

          Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft verdüstert sich zunehmend. Allen voran Industrieunternehmen beurteilen ihre Lage noch einmal deutlich schlechter als im Vormonat, doch auch unter Dienstleistern greift mehr und mehr Pessimismus um sich. Das geht aus dem an diesem Donnerstag veröffentlichten Geschäftsklimaindex des Münchener Ifo-Instituts hervor.

          Niklas Záboji

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Er setzte seinen Sinkflug der vergangenen Monate fort und fiel im Juli saisonbereinigt noch einmal deutlich auf nunmehr 95,7 Punkte. Der Index basiert auf der monatlichen Befragung unter 9000 Führungskräften. „Die deutsche Konjunktur befindet sich in schwierigem Fahrwasser“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

          Als Hauptgrund gelten die abflauende Weltkonjunktur sowie der unklare Ausgang von Brexit und den Handelskonflikten mit den Vereinigten Staaten. Die politische Unsicherheit sei enorm und mache der exportabhängigen deutschen Industrie schwer zu schaffen, betont Philipp Scheuermeyer, Ökonom bei der KfW-Bank.

          „Weltweit halten sich die Unternehmen mit Investitionen zurück und auch die Verbraucher zögern beim Kauf von langlebigen Konsumgütern wie Automobilen – wobei hier noch die Unsicherheit über zukünftige Antriebstechnologien und Umweltregulierungen hinzukommt“, meint Scheuermeyer. Andere Ökonomen sehen schon eine technische Rezession aufziehen, also zwei aufeinanderfolgende Quartale mit negativem Wachstum. Anfang August ist mit Daten für das zweite Vierteljahr zu rechnen.

          Durchwachsene Geschäftszahlen

          Im Industriesektor verzeichnete der Ifo-Index bei der Lagebeurteilung sogar den stärksten Rückgang seit Februar 2009, also kurz nach der Insolvenz der amerikanischen Lehman-Bank. Und auch die Geschäftserwartungen für das kommende halbe Jahr, die im Frühjahr kurzzeitig nach oben gezeigt hatten, sind aus Sicht der befragten Industriemanager durch die Bank schlecht.

          Die Geschäftserwartungen im Dienstleistungssektor sind zudem zum ersten Mal seit zehn Jahren in den negativen Indexbereich gerutscht, wie die Ifo-Fachleute anmerken. Auch im Handel haben sich die Aussichten verschlechtert. Einzig das Baugewerbe trotzt dem konjunkturellen Abwärtstrend und steht vergleichsweise stabil da.

          Zum schlechten Stimmungsbarometer gesellen sich durchwachsene Geschäftszahlen deutscher Industrieunternehmen. Der Chemiekonzern BASF gab am Donnerstag bekannt, mit anhaltend schwierigen Zeiten zu rechnen. Die geo- und handelspolitischen Konflikte würden zeitnah nicht gelöst werden und verursachten eine spürbare Verlangsamung des gesamtwirtschaftlichen Wachstums weltweit, besonders in China, sagte BASF-Chef Martin Brudermüller bei der Bekanntgabe der Konzernbilanz für das zweite Quartal. Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahresquartal um vier Prozent.

          Auch der Autozulieferer Continental teilte mit, sich auf ein schlechteres zweites Halbjahr als zuletzt prognostiziert einzustellen, auch wenn Anleger mit dieser Korrektur vorab schon gerechnet hatten. Das galt auch für das Leverkusener Chemieunternehmen Covestro, das einen Umsatzrückgang von 17 Prozent vermeldete. Überraschend solide Zahlen legte dagegen Volkswagen vor. Der Autokonzern habe sich im ersten Halbjahr in einem sich insgesamt abschwächenden Gesamtmarkt sehr gut geschlagen, erklärte der VW-Finanzvorstand Frank Witter.

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