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Abstieg einer Partei : Was ist nur aus der SPD geworden?

Willy Brandt (hier auf einem Parteitag 1979) brachte Intellektuelle und Arbeiter in der SPD zusammen. Bild: Picture-Alliance

Willy Brandt hat Intellektuelle und Arbeiter in der SPD vereint. Jetzt wandern beide Gruppen ab – in unterschiedliche Richtungen. Die Hoffnung auf einen Neubeginn bleibt.

          6 Min.

          Die SPD leidet. In Bayern blieb die Partei am vorigen Sonntag unter zehn Prozent – als fünftgrößte Partei nicht nur hinter der CSU, sondern auch hinter Grünen, Freien Wählern und AfD. Auch in Hessen könnte es am kommenden Wochenende nur noch für den dritten Platz reichen. Dabei stellten die Sozialdemokraten hier 54 Jahre lang fast ununterbrochen den Ministerpräsidenten.

          Patrick Bernau
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Wert“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
          Ralph Bollmann
          Korrespondent für Wirtschaftspolitik und stellvertretender Leiter Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Auch die Union hat es als Volkspartei heute schwer, doch fällt sie bei weitem nicht so tief wie die SPD. Fast 46 Prozent der Stimmen holten die Sozialdemokraten bei der Bundestagswahl 1972, heute kommen sie bei bundesweiten Umfragen teils nur noch auf 14 Prozent. Kein Wunder, dass viele Sozialdemokraten nervös werden. Schon ist die Rede vom Ausstieg aus der großen Koalition oder von einem Wechsel im Parteivorsitz. Dabei hat die Partei seit dem Rücktritt Willy Brandts im Jahr 1987 schon mehr als ein Dutzend Vorsitzende verschlissen. Schon diese Zahl zeigt: Allein mit der großen Koalition oder den taktischen Fehlern, die Andrea Nahles als amtierende Vorsitzende zweifellos gemacht hat, ist die Dauerkrise nicht zu erklären.

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