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Dürre : Die nächste Dürre ist nicht mehr weit entfernt

Fachleute des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung errechnen gegenwärtig dramatischere Werte im Vergleich mit dem Vorjahr. Bild: F.A.Z.

Im Norden und Osten Deutschlands sind die Böden schon zu Beginn des Sommers ungewöhnlich trocken. Was machen die Bauern?

          Es ist wieder so weit: Auf Deutschlands Autobahnen beult sich der Beton unter der Hitze, auf den Äckern der Bauern zeichnen sich tiefe Furchen ab. Vor allem der Norden und Osten des Landes leiden unter der Trockenheit. In der oberen Bodenschicht – bis zu 25 Zentimeter Tiefe – ist dort viel zu wenig Wasser, wie der Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt. In Bodenschichten bis 1,80 Meter Tiefe ist auch Süddeutschland betroffen.

          Was die Analyse ebenfalls zeigt: Im vergangenen Jahr waren die Böden zu dieser Zeit noch nicht so trocken. Klimaforscher Andreas Marx warnt jedoch vor Panikmache: „2018 war ein Extremereignis. Und Extremereignisse sind sehr selten, vor allem in aufeinanderfolgenden Jahren.“

          Die Warnung kommt nicht von ungefähr: Am Mittwoch beginnt in Schkeuditz nahe Leipzig der Bauerntag des Deutschen Bauernverbandes. Dessen Präsident Joachim Rukwied hatte im vergangenen Jahr mit seiner Forderung nach einer Milliarde Euro Dürrehilfe viel Kritik ausgelöst.

          In diesem Jahr hält sich Rukwied noch zurück. Bislang sei der Verband von durchschnittlichen Erträgen ausgegangen, sagte Rukwied an diesem Dienstag. Er warnte aber auch: „Sollte jetzt eine längere Hitzeperiode eintreten, trifft es uns hart. Dann gehen die Erträge nach unten.“ Das Getreide sei momentan in einer wichtigen Phase.

          Wetterdienst legt sich noch nicht fest

          Die Agrarsprecher der CDU/CSU-Fraktionen in Bund und Ländern dämpfen schon einmal die Erwartungen. Nothilfen für dürregeplagte Bauern wollen sie möglichst vermeiden. Man dürfe nicht wieder „zu diesen in meinen Augen unsäglichen staatlichen Ad-Hoc-Hilfen“ kommen, sagte der agrarpolitische Sprecher der Länder der CDU/CSU, Helmut Dammann-Tamke. Er plädiert für mehr Risikovorsorge.

          So unterstützen die Agrarsprecher den Vorschlag des Bundeslandwirtschaftsministeriums, die Versicherungssteuer für das Risiko Dürre von bisher 19 auf 0,03 Prozent zu senken. Der Bauernverband fordert zudem, dass die Bauern steuerfreie Rückstellungen bilden können.

          Die Mahnung aus der CDU/CSU ist bemerkenswert, weil diese Parteien gewöhnlich eng an der Seite der Landwirte stehen. Allerdings ist ihnen nicht verborgen geblieben, dass die Milliarden-Forderung aus dem vergangenen Jahres in der Öffentlichkeit auf wenig Verständnis stieß.

          Der Deutsche Wetterdienst will sich noch nicht festlegen, ob ein weiterer Dürresommer droht. Es sei durchaus möglich, dass sich die Wetterlage in den nächsten zwei Wochen ändere und der Rest des Sommers von Niederschlägen geprägt sei, sagte Meteorologin Bianca Plückhahn. Dass schon zu Beginn des Sommers große Trockenheit in den Böden festzustellen ist, sei jedoch sehr ungewöhnlich.

          Im Sommer 2018 war es durch die Trockenheit und die hohen Temperaturen zu Ernteausfällen gekommen. Bund und Länder stellten gemeinsam 340 Millionen Euro bereit, um einen Teil der Einbußen auszugleichen. Hilfe beantragen konnten Betriebe mit Verlusten von 30 Prozent und mehr; 10.000 waren dies in Deutschland. Die Schäden in diesen Betrieben summierten sich auf 680 Millionen Euro.

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