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Die Metro : So international wie kein anderer

  • -Aktualisiert am

Die Metro ist reich an Marken Bild: dpa

Die Metro ist mit Filialen in mehr als 30 Ländern quer über den Globus unterwegs. Auch in Deutschland ist der Handelskonzern breit aufgestellt. Besonders brummt das Geschäft in den „Cash & Carry“-Märkten und bei Media Markt und Saturn, denn Geiz ist bekanntlich geil.

          Der Metro-Konzern gilt als einer der internationalsten Handelskonzerne schlechthin. Er ist mittlerweile in mehr als 30 Ländern quer über den Globus unterwegs. An rund 2400 Standorten arbeiten gut 270.000 Mitarbeiter aus 150 Nationen. Fast 57 Prozent des mehr als 60 Milliarden Euro ausmachenden Konzernumsatzes stammen aus dem Ausland.

          Die Metro mit Sitz in Düsseldorf ist erst vor elf Jahren aus der Verschmelzung der drei völlig heterogenen Handelsunternehmen Asko Deutsche Kaufhaus, Kaufhof und Metro Cash & Carry entstanden. Nach zahlreichen Portfolioumschichtungen vor allem in der Zeit unmittelbar nach der Fusion steht der Handelsriese heute auf vier Konzernsäulen. „Das Portfolio lebt von der Vielfalt“, heißt es in der Unternehmensstrategie.

          Weltmarktführer im Selbstbedienungsgroßhandel

          Mit Metro Cash & Carry ist das Unternehmen Weltmarktführer im Selbstbedienungsgroßhandel. Mit zuletzt 28 Milliarden Euro trägt dieser ertragsstarke Bereich den mit Abstand größten Teil zum Konzernumsatz bei. Die dynamischste Konzernsparte bilden indessen die Elektronikfachmärkte von Media Markt und Saturn, die selbst in Deutschland noch flächenbereinigte Zuwachsraten verbuchen.

          Die durch besonders aggressive Werbesprüche („Geiz ist geil“ oder „Ich bin doch nicht blöd“) auf sich aufmerksam machende Fachmarktkette ist Marktführer in Europa. Der Umsatz erreichte im Geschäftsjahr 2006 mehr als 15 Milliarden Euro, bei einem zweistelligen Umsatzplus wurde trotz ungebrochenen Expansionstempos ein überdurchschnittlicher Ergebnissprung geschafft.

          Übernahme der Walmart-Filialen belastet

          Die unter der Sparte Lebensmittelhandel zusammengefassten Real SB-Warenhäuser und Extra Verbrauchermärkte haben im vergangenen Jahr etwas mehr als 10 Milliarden Euro umgesetzt und dabei knapp die operative Gewinnschwelle überschritten. Real hatte lange unter einem vor gut zwei Jahren aufgedeckten Hackfleischskandal zu leiden. In diesem Jahr werden die Ergebnisse von der Neupositionierung und der Integration der im vergangenen Jahr übernommenen deutschen Walmart-Filialen belastet.

          Galeria Kaufhof ist das kleinste und zugleich traditionsreichste Geschäftsfeld des Konzerns. Seine Wurzeln reichen fast 130 Jahre zurück. Mit 3,6 Milliarden Euro Umsatz tragen die Warenhäuser von Kaufhof und der belgischen Kette Inno nur sechs Prozent zum Konzernumsatz bei. Im Gegensatz zum Mitbewerber Karstadt haben sie immer Gewinne gemacht. Die Kapitalkosten wurden gleichwohl nicht voll verdient. Aus dem Kaufhof-Bereich stammen im Übrigen die heutigen Ertragsperlen Media Markt und Saturn. Der seinerzeit noch selbst börsennotierte Kaufhof hatte die beiden damals noch sehr kleinen, aber aussichtsreichen Händler in den achtziger Jahren gekauft.

          Internationalisierung zeigt Körbers Handschrift

          Die starke Internationalisierung des drittgrößten Handelskonzerns der Welt trägt die Handschrift von Hans-Joachim Körber. Der promovierte Brauingenieur und Betriebswirt kam 1985 zu Metro Cash & Carry. An die Vorstandsspitze der Metro AG rückte er 1999. Zu diesem Zeitpunkt war der Konzern noch weitgehend vom Deutschland-Geschäft abhängig. In Körbers Zeit fiel nicht nur die Öffnung des ehedem verschlossenen Unternehmens zu einem transparenteren, kapitalmarktorientierten Konzern. Er sorgte auch dafür, dass sich die Metro beispielsweise mit der frühzeitigen Einführung neuer Techniken wie der Funk-Frequenz-Identifizierung von Waren (RFID-Technik) als Innovationstreiber der Branche positionierte.

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