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Hilfsprogramm kurz vor Ende : Griechenland ohne Illusionen

Touristen in Athen: Immerhin dieser Markt hat zugenommen. Bild: AFP

Mit dem Ende des dritten Hilfspakets für Griechenland endet im August ein Akt „beispielloser Solidarität“. Was mit gefälschten Zahlen begann, endet nun mit geschönten Prognosen. Die Zeche zahlen künftige Generationen.

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          Die griechische Schuldenkrise soll nun zu einem Ende kommen. Mit Stoßseufzern der Erleichterung haben die Eurofinanzminister, die EU und die griechische Regierung beschlossen, das traumatische Kapitel abzuschließen. Das dritte Hilfsprogramm läuft aus, am 20. August soll Schluss sein. Weil es aber zuletzt nochmals Unstimmigkeiten zwischen den Kreditgebern und Athen gab, das unabgestimmt von Reformauflagen abwich, wird an diesem Mittwoch der Haushaltsausschuss des Bundestages eine Sondersitzung abhalten.

          Das Kapitel Griechenland war für viele Seiten traumatisch. Als Anfang 2010 die gefälschte Defizitstatistik offenbar wurden, glaubten einige Retter zunächst, eher kleine Kreditpakete seien genug. In ersten Schätzungen vor dem panischen Brüsseler Mai-Wochenende 2010 war von 30 Milliarden Euro die Rede; es wurden dann 110 Milliarden Euro im ersten Programm. Am Schluss flossen in drei Programmen mehr als 270 Milliarden Euro. Von „beispielloser Solidarität“ spricht EU-Währungskommissar Pierre Moscovici. Noch nie in der Finanzgeschichte wurden einem so kleinen Land, das kaum 2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der Eurozone ausmacht, so gewaltigen Kredite gegeben.

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