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Vergütung : Die Managerpensionen sinken

Der frühere Heibelberg-Cement-Chef Bernd Scheifele bekommt laut DSW rund 1,5 Millionen Euro Pension im Jahr. Bild: dpa

Im Ruhestand müssen frühere Vorstände von Dax-Unternehmen selten darben. Doch ganz so üppig wie früher sind die Pensionszusagen inzwischen nicht mehr.

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          Den amtierenden Vorständen der größten deutschen Unternehmen werden nicht mehr so üppige Pensionszusagen gewährt wie früher. Zu dieser Einschätzung kommt eine Untersuchung der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Den amtierenden Dax-Chefs ist im Schnitt eine jährliche Pension von 571.000 Euro zugesagt. Das ist ein deutlicher Rückgang im Vergleich zum Vorjahr, damals waren es noch 661.000 Euro. Grund dafür sei „allerdings nicht eine neue Bescheidenheit, sondern eine Änderung des Zinssatzes“.

          Tillmann Neuscheler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Tatsächlich ändert sich aber auch die Art der Pensionszusagen für Spitzenmanager. Während sich die Höhe des Ruhegehalts bei älteren Vorstandsverträgen oft am Grundgehalt des Managers orientiert hat – oft waren es 40 bis 60 Prozent des Grundgehalts –, werden bei Neubestellungen meist nur noch beitragsorientierte Pensionszusagen gewährt. Das Unternehmen zahlt also jährlich eine bestimmte Summe auf ein Versorgungskonto ein, wie viel Pension ein Vorstand später ausgezahlt bekommt, hängt dann – wie bei Betriebsrenten von Arbeitnehmern – auch vom Zins auf das eingezahlte Kapital ab.

          Während der frühere Daimler-Chef Dieter Zetsche in seinem Ruhestand noch seine Rekordpension aus alten Zeiten genießen kann (zum Zeitpunkt des Renteneintritts war der Wert seiner Gesamtpension auf mehr als 40 Millionen Euro beziffert worden), müssen sich seine Nachfolger mit meist deutlich geringeren Beträgen zufriedengeben, ergab die Auswertung der Geschäftsberichte 2019. Wobei es noch immer üppige Einzelfälle gibt: Die höchste Pensionszusage der Vorstandsvorsitzenden im Dax hat demnach Bernd Scheifele, der im Februar seinen Chefposten bei Heidelberg-Cement nach 15 Jahren abgegeben hat. Er bekommt laut DSW von diesem Jahr an eine Pension in Höhe von 1,5 Millionen Euro jährlich. Auf Rang zwei folgt Bayer-Chef Werner Baumann, der sich auf eine jährliche Pension von 1,1 Millionen Euro freuen darf, Dritter ist Post-Chef Frank Appel, dem rund 1 Million Euro im Jahr winken.

          DSW: Vergütungssysteme müssen „radikal vereinfacht“ werden

          Die Aktionärsschützer lobten auf ihrer Pressekonferenz in Frankfurt ausdrücklich, dass sich die Transparenz hinsichtlich der Pensionszusagen und der Gehälter von Spitzenmanagern in Deutschland über die Jahre hinweg deutlich verbessert habe. „Wir sind heute bedeutend weiter als vor 20 Jahren“, sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler. Über die Vergütung werde heute ausführlich berichtet, allerdings leider oft auch unverständlich. Die Unternehmen müssten die Vergütungssysteme daher „entrümpeln“ und „radikal vereinfachen“, um die Komplexität zu verringern. Die Aktionärsschützer lobten ausdrücklich die Verwendung der Kodex-Mustertabellen in Deutschland, aus denen nicht nur hervorgeht, wie viel Geld Spitzenmanagern in einem bestimmten Jahr „gewährt“ wird, sondern auch, wie viel Geld ihnen tatsächlich „zugeflossen“ ist. Die Werte können beträchtlich voneinander abweichen. Wie es mit den Tabellen weitergeht, ist indes unklar. Die EU will im Herbst eigene Mustertabellen vorstellen, die sich – so hofft die DSW – an den deutschen Kodextabellen orientieren könnten.

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