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Regierungsbildung : Deutschland rückt nach links

Grund zur Freude: Franziska Giffey, Olaf Scholz und Manuela Schwesig am Morgen nach dem Wahlsonntag im Willy-Brandt-Haus in Berlin Bild: Daniel Pilar

In Mecklenburg-Vorpommern und in Berlin ist die Linke der bevorzugte Koalitionspartner, im Bundestag sitzen jetzt lauter Jusos. Auch die Grünen-Fraktion ist jünger und linker geworden. Was folgt daraus?

          4 Min.

          In Schwerin bahnt sich eine Zeitenwende an. Nach der Landtagswahl Ende September dauerte es nur wenige Tage, bis Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) ihren alten Koalitionspartner fallen ließ. Seit 2006 haben die Sozialdemokraten in Mecklenburg-Vorpommern stets mit der CDU als Juniorpartner regiert, doch damit soll nun Schluss sein. Die Linke ist, obwohl sie deutlich Stimmen verloren hat und hinter der CDU liegt, jetzt der bevorzugte Koalitionspartner der SPD. Während auf Bundesebene die Koalitionsverhandlungen gerade erst beginnen, sind sie im Nordosten schon fortgeschritten. Am Freitag fand in Mecklenburg-Vorpommern Verhandlungsrunde Nummer drei statt, bis Mitte November soll der Koalitionsvertrag stehen.

          Julia Löhr
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Auch in einem anderen Bundesland stehen die Zeichen auf Rot-Rot, dort zusätzlich mit grüner Komponente. In Berlin verhandelt Franziska Giffey über eine Fortsetzung des bisherigen Bündnisses aus SPD, Grünen und Linken. Ähnlich wie ihre Parteifreundin Schwesig hätte auch Giffey theoretisch andere Optionen. Eine Ampel mit Grünen und FDP zum Beispiel oder auch eine Koalition mit CDU und FDP. Und doch sieht es auch in der Hauptstadt danach aus, als ob die Linke der nächsten Landesregierung angehören wird.

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