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Flugreisen : Die Legende vom Billigticket

  • -Aktualisiert am

Emissionen am Himmel: Flugzeug mit Kondensstreifen Bild: dpa

Dass vor allem Geschäftsreisende lieber in den Flieger als in den Zug steigen, hat einen einfachen Grund: Auf der Schiene dauert ihnen die Reise zu lange. Soll der Umstieg gelingen, muss die Bahn mehr liefern.

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          Billig durchs Land düsen? Dass dies in Deutschland mit dem Flugzeug massenhaft möglich sei, ist seit Längerem eine Legende. Man fragt sich, wieso sich die so beharrlich hält und von der Grünen-Kanzlerkandidatin abermals erzählt wird. Fliegen ist im Inland fast nie die günstigste Art der Fortbewegung, oft die teuerste.

          An Billigtickets lag es also nicht, dass 2019 rund 46 Millionen Passagiere Inlandsflüge nutzten. Vor allem Geschäftsreisende verweigern aus einem anderen Grund das Umsteigen vom Flug zum Zug: Auf der Schiene dauert ihnen die Reise zu lange. Sollen Passagiere für das Klima vom Fliegen abgebracht werden, müssen die Bahn und ihr Eigentümer mehr liefern – statt nur punktuell.

          Seit der ICE durch Thüringen rast, gibt es keine Nürnberg-Berlin-Flüge mehr. Fraglich ist, ob der gepriesene Deutschland-Takt 2030 ähnliche Folgen haben wird. Züge sollen dann öfter fahren, aber eben nicht seltener halten. Dass Inlandsflüge ein großes Geschäft sind, ist übrigens auch eine Legende. Air Berlin erlitt damit Schiffbruch, Easyjet kürzte schon vor Corona. Nur Lufthansa hält sich mit Monopolstrecken – dank der Kunden, die auf Anschlussfernflüge umsteigen.

          Timo Kotowski
          Redakteur in der Wirtschaft.

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