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Krisenstrategie der EZB : Inflation in weiter Ferne?

  • -Aktualisiert am

Die Lichter in den Büros der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main. Bild: dpa

Die EZB hat die Krisenprogramme jetzt noch einmal ausgeweitet und verlängert. Das Ziel ist, die Preisstabilität mittelfristig zu gewährleisten. Doch die Maßnahmen gefährden ihre Unabhängigkeit. Ein Gastbeitrag.

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          In seiner Dezember-Sitzung hat der EZB-Rat eine weitere Lockerung der Geldpolitik beschlossen. Unter anderem wurde der Zeithorizont für Nettoankäufe unter dem Pandemie-Notfallankaufprogramm (PEPP) von Juni 2021 auf März 2022 verlängert. Ermöglicht wird dies durch eine PEPP-Aufstockung um 500 Milliarden Euro auf insgesamt 1850 Milliarden Euro – mit Aussicht auf weitere Erhöhungen. Über eine Laufzeit von zwei Jahren erlaubt das PEPP somit Ankäufe von Staats- und Unternehmensanleihen, deren Umfang rund einem Sechstel der jährlichen Wirtschaftsleistung der Eurozone entspricht. Begründet werden diese Maßnahmen primär mit dem Ziel, mittelfristig Preisstabilität zu gewährleisten. Jedoch sind die Implikationen für die Teuerungsrate keinesfalls klar.

          In diesem Jahr wurde die Zentralbankgeldmenge des Euroraumes durch die Ankaufprogramme schon um 1016 Milliarden Euro erhöht (Stand 30. November). Davon entfielen 316 Milliarden Euro auf das im Jahr 2015 aufgelegte Asset Purchase Programme (APP) und 700 Milliarden Euro auf das PEPP-Programm, das im März dieses Jahres als Reaktion auf die Corona-Krise folgte. Damit haben diese beiden – als geldpolitisch ausgegebenen – Maßnahmen mehr als ein Fünftel zur aktuell 4647 Milliarden Euro betragenden Zentralbankgeldmenge beigesteuert. Bis März 2022 dürften sie ein weiteres Anwachsen auf dann mehr als 6 Billionen Euro verursachen.

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