https://www.faz.net/-gqe-99b12

Kommentar : Die Koalition muss investieren und sparen

  • -Aktualisiert am

Zu teuer, zu ineffizient, gar kontraproduktiv: Seit Wochen zerpflücken Ökonomen alle Pläne von Union und SPD. Gefährlich, denn der Aufschwung geht langsam, aber sicher zu Ende.

          Sie werden wohl so schnell keine Freunde, Deutschlands führende Wirtschaftsforscher und die neue Regierung. Ob es um die Mütterrente, das Baukindergeld oder die Brückenteilzeit geht: Schon seit Wochen zerpflücken Ökonomen zuverlässig jeden Plan, den Union und SPD präsentieren. Zu teuer, zu ineffizient oder gar kontraproduktiv – die Kritikpunkte ähneln sich.

          Bleibt zu hoffen, dass die Koalitionäre diese Kritik nicht gänzlich an sich abprallen lassen. Denn das nun vorgestellte Frühjahrsgutachten lässt wenig Zweifel daran, dass der deutsche Aufschwung langsam, aber sicher zu Ende geht, dass der Spielraum fürs Geldausgeben nicht größer, sondern kleiner wird. In der Unternehmenswelt ist klar, was in solchen Phasen zu tun ist: Man investiert in jene Bereiche, die in Zukunft das meiste Wachstum versprechen, und übt sich ansonsten in Sparsamkeit.

          Von einer solchen Denkweise ist im politischen Betrieb leider wenig zu spüren. Ein paar Milliarden hier, ein paar Milliarden dort: Die große Koalition sieht ihre Aufgabe vor allem darin, vermeintlich Benachteiligten etwas Gutes zu tun. Die jüngere Generation wird für diesen fehlenden Weitblick noch lange zahlen müssen.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Die AfD-Opas in Brüssel

          FAZ Plus Artikel: Karriereende : Die AfD-Opas in Brüssel

          „Die Landschaft ist voller älterer Männer, die denken, ohne sie geht’s nicht“, sagt AfD-Mitgründer Hans-Olaf Henkel. Mit der Europawahl verlassen die letzten Abgeordneten aus der Gründergeneration der Partei das Europaparlament. Was bleibt?

          Geteilte Welt

          FAZ Plus Artikel: Amerika gegen China : Geteilte Welt

          Zwischen Amerika und China tobt ein neuer Kalter Krieg um die wirtschaftliche Vorherrschaft. Immer mehr deutsche Unternehmen müssen sich zwischen beiden entscheiden.

          60 Satelliten auf einmal ins All Video-Seite öffnen

          Internet 2.0 von SpaceX : 60 Satelliten auf einmal ins All

          Die erdnahen Trabanten stellen die erste Stufe eines geplanten Netzwerks des Internetdiensts Starlink dar, das Hochgeschwindigkeits-Internet für zahlende Kunden auf der ganzen Welt zur Verfügung stellen soll. Starlink ist ein Projekt des Unternehmers Elon Musk.

          Topmeldungen

          Wahlkampfhilfe aus Thüringen: Ministerpräsident Bodo Ramelow greift Kristina Vogt, Spitzenkandidatin der Linken in Bremen, bei einem Wahlkampftermin im kleinen Stadtstaat unter die Arme.

          Die Linke in Bremen : Fundamentalopposition war einmal

          In Bremen wird gewählt, und die Linkspartei könnte hier erstmals im Westen an einer Regierung beteiligt werden. Dafür gibt sich die Partei staatstragend – doch wie hält sie es mit der Haushaltskonsolidierung in der verschuldeten Hansestadt?
          Bernd Lucke (l) und Hans-Olaf Henkel im Juli 2014 auf einer AfD-Pressekonferenz in Berlin

          FAZ Plus Artikel: Karriereende : Die AfD-Opas in Brüssel

          „Die Landschaft ist voller älterer Männer, die denken, ohne sie geht’s nicht“, sagt AfD-Mitgründer Hans-Olaf Henkel. Mit der Europawahl verlassen die letzten Abgeordneten aus der Gründergeneration der Partei das Europaparlament. Was bleibt?
          Russischer Präsident Putin: Nach Einschätzung der EU hat vor der Europawahl keine „massive, besonders hervorstechende Kampagne wie bei der amerikanischen Präsidentenwahl 2016“ stattgefunden

          Desinformationskampagnen : EU hält sich für besser geschützt

          Eine Sondereinheit des Auswärtigen Dienstes in Brüssel beobachtet russische Medien. Sie hat keinen großangelegten Angriff vor der Europawahl ausgemacht – und sieht Fortschritte im Kampf gegen Manipulationsversuche.

          Bayern-Sieg im DFB-Pokal : Geballte Münchner Klasse

          Nach dem Meistertitel in der Fußball-Bundesliga sichert sich der FC Bayern nun das Double. Die Münchner setzen sich im Pokalfinale gegen RB Leipzig durch. Vorstandschef Rummenigge bestätigt anschließend: Trainer Kovac bleibt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.