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Kommentar : Die Koalition muss investieren und sparen

  • -Aktualisiert am

Zu teuer, zu ineffizient, gar kontraproduktiv: Seit Wochen zerpflücken Ökonomen alle Pläne von Union und SPD. Gefährlich, denn der Aufschwung geht langsam, aber sicher zu Ende.

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          Sie werden wohl so schnell keine Freunde, Deutschlands führende Wirtschaftsforscher und die neue Regierung. Ob es um die Mütterrente, das Baukindergeld oder die Brückenteilzeit geht: Schon seit Wochen zerpflücken Ökonomen zuverlässig jeden Plan, den Union und SPD präsentieren. Zu teuer, zu ineffizient oder gar kontraproduktiv – die Kritikpunkte ähneln sich.

          Bleibt zu hoffen, dass die Koalitionäre diese Kritik nicht gänzlich an sich abprallen lassen. Denn das nun vorgestellte Frühjahrsgutachten lässt wenig Zweifel daran, dass der deutsche Aufschwung langsam, aber sicher zu Ende geht, dass der Spielraum fürs Geldausgeben nicht größer, sondern kleiner wird. In der Unternehmenswelt ist klar, was in solchen Phasen zu tun ist: Man investiert in jene Bereiche, die in Zukunft das meiste Wachstum versprechen, und übt sich ansonsten in Sparsamkeit.

          Von einer solchen Denkweise ist im politischen Betrieb leider wenig zu spüren. Ein paar Milliarden hier, ein paar Milliarden dort: Die große Koalition sieht ihre Aufgabe vor allem darin, vermeintlich Benachteiligten etwas Gutes zu tun. Die jüngere Generation wird für diesen fehlenden Weitblick noch lange zahlen müssen.

          Julia Löhr
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

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