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Corona : Die Gier, der Neid und die Impfung

Draußen sitzen, aber im Restaurant – bisher geht das nur in Modellregionen. Bild: dpa

Für Neid gibt es gute Gründe. Doch die spielen keine Rolle, wenn es um die Corona-Impfungen geht. Deshalb müssen Geimpfte ihre Freiheit bekommen, und zwar schnell.

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          Es gibt ein berühmtes Experiment mit zwei Kapuzineräffchen. Sie sitzen neben­ein­ander, und abwechselnd be­kommt jeder von einem Menschen ein Stück Gurke. Alles ist gut. Aber nur so lange, bis der Mensch dem ersten Affen eine Traube gibt. Danach will der zweite Affe seine Gurke nicht mehr nehmen. Ein Video zeigt, wie er sein nächstes Stück wütend auf den Menschen schmeißt. Diese Reaktion ist verständlich. Dass sie auch schlau ist, steht nicht so fest. Denn sicher ist: Zu essen hat der zweite Affe jetzt gar nichts mehr. Er kann nur darauf hoffen, dass der Mensch ihm jetzt auch eine Traube gibt. Doch was, wenn es nicht für jeden Affen eine Traube gibt?

          Es sind Überlegungen wie diese, die jetzt verhindern, dass geimpfte Menschen in nennenswertem Maßstab ihre Freiheit zurückbekommen. Selbst kleine Erleichterungen kommen nur langsam. Einzelne Bundesländer gehen voran – aber nur eine Zehenbreite. Geimpfte sollen künftig keine Tests mehr brauchen, bevor sie zum Friseur gehen. Aber Restaurants öffnen für geimpfte Leute? Das ist nicht geplant. Dabei würden selbst Ungeimpfte von den Café-Besuchen der anderen profitieren, immerhin spart das dem Staat Hilfsgeld.

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