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Finanzhilfen : Die G-7-Zusagen reichen nicht für die Ukraine

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An den Wiederaufbau zu denken ist wichtig, aber dringender ist die Deckung des aktuellen Finanzbedarfs. Woran es fehlt und was zu tun wäre. Ein Gastbeitrag.

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          Die bisherige Hilfe für die Ukraine bestand vor allem aus Waffenlieferungen und militärischer Unterstützung. Seit einiger Zeit wächst nun auch die Debatte über den finanziellen Aufwand, der für den Wiederaufbau nach dem Krieg erforderlich sein wird. Rufe werden laut nach einem neuen Marshallplan, der weitgehend von der internationalen Gemeinschaft finanziert wird oder womöglich auch durch Beschlagnahme von Russlands Auslandsvermögen als Reparationsleistung. Auch wenn das für die Zukunft der Ukraine nach dem Konflikt von entscheidender Bedeutung sein wird, ist es doch keine Antwort auf den unmittelbaren Bedarf an finanzieller Hilfe, auf den die internationale Gemeinschaft bisher nur bedingt reagiert hat.

          Der Bedarf an kurzfristiger finanzieller Unterstützung ist explodiert. Noch im März schätzte der Internationale Währungsfonds (IWF), dass sich der Brutto-Auslandsfinanzierungsbedarf der Ukraine in diesem Jahr nur auf etwa 4,8 Milliarden Dollar belaufen würde. Dies wird nun von den Ereignissen überholt. Obwohl sich die Kapitalabflüsse in Grenzen hielten (vor allem wegen der proaktiven Steuerung der Kapitalströme durch die ukrainische Nationalbank NBU), ist das Haushaltsdefizit viel größer als geplant. Im April betrug das monatliche Defizit rund 2,8 Milliarden Dollar. Schätzungen für Mai belaufen sich auf 4 bis 5 Milliarden Dollar pro Monat. Mit NBU-Reserven in Höhe von 30 Milliarden und der derzeitigen Außenfinanzierungslücke könnten die Devisenreserven in sechs Monaten aufgebraucht sein.

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