https://www.faz.net/-gqe-abzj5

Ostsee-Pipeline : Die „Fortuna“ verlegt jetzt die nächsten Teile von Nord Stream 2

  • Aktualisiert am

Nach dem nun geringeren Widerstand aus Washington geht der Pipeline-Bau weiter. Bild: dpa

Der Bau der fast fertig gestellten Leitung geht in deutschen Gewässern weiter. Russland sagt voraus, dass noch dieses Jahr das erste Gas hindurchfließen wird.

          1 Min.

          In der Ostsee baut das russische Verlegeschiff „Fortuna“ nun weiter an der umstrittenen Gasleitung Nord Stream 2. „Die „Fortuna“ arbeitet derzeit in deutschen Gewässern gemäß der vorliegenden Genehmigungen und der von den Behörden gemachten Ankündigungen“, sagte ein Sprecher der Nord Stream 2 AG am Sonntag. Zuvor hatte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg die Fortsetzung der Arbeiten genehmigt.

          Es sollten nun Rohre auf einer Länge von zwei Kilometern verlegt werden. Hintergrund ist eine Entscheidung des BSH, nach der es dort aktuell keine Rastvögel mehr gebe, die geschützt werden müssten. Deshalb müsse nicht wie ursprünglich geplant bis Ende Mai mit dem Start der Arbeiten gewartet werden, hieß es.

          Kritik von Nabu  und Umwelthilfe

          Die Rohre dürfen auf dem Meeresgrund abgelegt werden, die Montage solle später erfolgen, hieß es. Die zwei Kilometer liegen in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ). Nach Angaben von Nord Stream 2 laufen derzeit auch in dänischen Gewässern weiter die Arbeiten mit dem russischen Verlegeschiff „Akademik Tscherski“.

          Gegen die BSH-Genehmigung vom Januar für den Weiterbau in der deutschen AWZ waren der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und die Deutsche Umwelthilfe unter dem Hinweis auf rastende Vögel im Schutzgebiet vor Gericht gezogen. Nun erlaubte das Amt die Ablage der Rohre auf dem Meeresboden bis zum Weiterbau, da die Rastzeit der Vögel in diesem kurzen Abschnitt vorbei sei.

          Die Pipeline Nord Stream 2 von Russland durch die Ostsee nach Deutschland ist weitgehend fertig gebaut. In deutschen Gewässern fehlen den Angaben zufolge 13,9 Kilometer des einen Stranges und 16,8 Kilometer des zweiten Stranges. Die Vereinigten Staaten und mehrere europäische Staaten sind gegen die Pipeline, weil sie eine zu große Abhängigkeit Europas von russischem Gas befürchten.

          Zwar haben die Amerikaner Sanktionen erlassen, um den Fertigbau zu verhindern. Doch verzichtete Washington zuletzt mit Rücksicht auf die Bundesregierung in Berlin auf schärfere Strafmaßnahmen. Russland hofft, das Vorhaben in den nächsten Monaten zu beenden und noch in diesem Jahr das erste Gas durch die 1230 Kilometer lange Leitung pumpen zu können.

          Weitere Themen

          CureVac-Impfstoff floppt Video-Seite öffnen

          Geringe Wirksamkeit : CureVac-Impfstoff floppt

          Der Corona-Impfstoff hat Untersuchungen zufolge nur eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent. CureVac will die Studie aber bis zu ihrer finalen Auswertung mit weiteren Corona-Fällen fortsetzen.

          Topmeldungen

          Auge in Auge mit den „Gelbwesten“: eine französische Polizistin im April 2019 in Paris

          Sorge in Frankreich : Das zerrüttete Verhältnis von Polizei und Presse

          Polizisten und Journalisten stehen sich in Frankreich fremd gegenüber, die Pressefreiheit ist in Gefahr. Deshalb suchte die Regierung den Rat einer unabhängigen Kommission. Unsere Korrespondentin war Teil davon.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.