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FDP-Chef Lindner : Im Schatten der Aufmerksamkeit

FDP-Chef Christian Lindner Bild: Benjamin Zibner/laif

Eine Person steht wie keine andere für die FDP: Christian Lindner. Doch es gelingt ihm nicht, aus den Schwächen der großen Koalition Stärke für die Liberalen zu ziehen. Die Wirtschaft sieht das mit Sorge.

          6 Min.

          Mietpreisbremse und Mietendeckel, Fahrverbote in mehr und mehr Städten, staatlich verordnetes Ende für die Braunkohle, Strafsteuern auf Billigflüge, das ins Spiel gebrachte Wiederaufleben der Vermögensteuer, Zweifel an der schwarzen Null, um mehr Geld für Investitionen und das Klima ausgeben zu können: Der Glaube an den starken Staat, der alles lenken sollte und das auch kann, feiert fröhliche Urständ. Doch wer erwartet, die FDP könnte davon profitieren, weil sie als einzige im Bundestag sitzende Partei mit ihren Grundsätzen für eine andere Politik steht, sieht sich getäuscht. Zuletzt scheiterte die FDP in den beiden Landtagswahlen im Osten – und selbst das war nur eine Randnotiz. So richtig interessiert derzeit kaum jemanden, was die Truppe der letzten vehementen Marktwirtschaftler so treibt.

          Manfred Schäfers

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Christian Lindner, der früher so gern mit seinem Alter kokettiert hat, sieht reichlich alt aus, als er sich zu Beginn der Woche den damit verbundenen Fragen in der Hauptstadt stellt. Die Analyse des Parteivorsitzenden, warum es vergangenen Sonntag in Sachsen und Brandenburg nicht gereicht hat, fällt dünn aus. Viele hätten aus taktischen Gründen seine Partei nicht gewählt. Als „bürgerlich-seriöse Gestaltungspartei“ habe man nicht von der Unzufriedenheit und dem Protest profitieren können, diese Stimmen seien an die AfD gegangen. Gleichwohl lehnte er eine grundlegende Kursänderung ab.

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