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Lage des Hauses : Die F.A.Z. treibt ihre Digitalstrategie voran

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So wird der „F.A.Z. Tower“ nach seiner Fertigstellung im Jahre 2022 aussehen. Bild: Bloomimages

Die Zahl der Leser im Internet nimmt in der ersten Jahreshälfte deutlich zu. Zum Wandel tragen hohe Investitionen in Verlag und Redaktion bei. Qualitätsjournalismus ist gerade auch in der Corona-Krise gefragt.

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          Am 9. September wird im Frankfurter Europaviertel die Grundsteinlegung für den „F.A.Z.-Tower“ stattfinden. So bezeichnet das österreichische Immobilienunternehmen UBM das von ihm gebaute 17 Stockwerke hohe und 23.800 Quadratmeter umfassende Bürogebäude, in das Verlag und Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung im Jahre 2022 als Mieter einziehen werden. An die Stelle der bisher genutzten Gebäude im Frankfurter Gallusviertel, in dem die F.A.Z. seit sechs Jahrzehnten ansässig ist, werden künftig die sogenannten „Hellerhöfe“ treten. An der Entwicklung dieses Quartiers wird sich die F.A.Z. hälftig beteiligen.

          Das Immobilienprojekt steht auch symbolisch für den Wandel, mit dem das Frankfurter Verlagshaus auf die Veränderungen in einer sich rasch verändernden, durch die Corona-Krise zusätzlich herausgeforderten Medienbranche reagiert. Unverändert bleibt der Anspruch der F.A.Z., für Qualitätsjournalismus zu stehen. Dieser Anspruch ist gerade heute zeitgemäß, wie ein überaus starkes Interesse an den digitalen Angeboten der F.A.Z. in den vergangenen Monaten untermauert.

          Die Zahl der Zugriffe auf die Homepage lag im ersten Halbjahr 2020 mit 490 Millionen Visits um 52 Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahres. Die Zahl an Abos für das im Herbst 2018 eingeführte Produkt F+, das Zugriff auf die gesamte Homepage und damit auch auf die hinter einer Bezahlschranke befindlichen Artikel bietet, stieg im ersten Halbjahr um 78 Prozent auf 55.400. Diese kräftigen Zuwächse belegen, wie sehr gerade in Krisen viele Menschen auf hochwertigen Journalismus zurückgreifen. Noch nie zuvor in ihrer Geschichte hatte die F.A.Z. mit ihren Produkten so viele Leser wie in der ersten Hälfte des Jahres 2020.

          Regionalausgabe früher digital verfügbar

          Der Umbau zu einem noch stärker auf eine digitale Zukunft ausgerichteten Haus befindet sich in vollem Gang, auch wenn die gedruckte F.A.Z. in Zukunft weiter erhebliche Bedeutung haben wird. Auf Sicht von fünf Jahren soll die gesamte digitale Auflage, die aus den Digitalauflagen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung sowie aus F+ besteht, von derzeit 158.300 auf mehr als 300.000 Abonnementsbeziehungen steigen. Auch in Deutschland erscheint eine Entwicklung wie in den Vereinigten Staaten plausibel, bei der die Leser zusätzlich zu ihrem gewohnten E-Paper und der mobilen Homepage ein besonderes Interesse auch an Podcasts, Videos und Newsletter weiter entwickeln werden.

          Auf diese Zukunft stellt sich das Haus in vielfacher Weise ein. Der im vergangenen Jahr gestartete Nachrichten-Podcast F.A.Z. „Podcast für Deutschland“ erfreut sich eines großen Interesses. Aber auch die spezifischeren Themenpodcasts sind beliebt, darunter nicht zuletzt der Podcast F.A.Z. „Wissen“, der seit dem Frühjahr besonders das Thema Corona facettenreich behandelt, und der juristischen Themen gewidmete Podcast „Einspruch“.

          Damit ist die Entwicklung digitaler Produkte nicht am Ende. So ist daran gedacht, das erfolgreiche Einstiegsprodukt F+ weiterzuentwickeln. Zudem besitzen auch die Digitalausgaben der Tages- und der Sonntagszeitung weiteres Wachstumspotential. Um dieses zu erschließen, ist am 15. Juni die digitale Regionalausgabe der F.A.Z., die Rhein-Main-Zeitung, in die frühe digitale Ausgabe der F.A.Z. integriert worden. In Vorbereitung befindet sich eine Multimediaausgabe der Sonntagszeitung, die derzeit im Internet nur als E-Paper verfügbar ist. Die digitale Produktoffensive wird begleitet von einem stärkeren Einsatz und massiven Austausch moderner Vertriebs- und Produktionstechnologien in Redaktion und Verlag und hohen Investitionen.

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