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Karrieresprung : Die „Dos“ und „Don'ts“ der Berufseinsteiger

  • -Aktualisiert am

Berufseinsteiger und Unternehmen gehen häufig mit völlig unterschiedlichen Erwartungen in die ersten Wochen der Zusammenarbeit. Dies führt besonders dann zu Problemen, wenn sich die Anfänger unangemessen verhalten.

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          Während Unternehmen meist darauf bedacht sind, Einsteigern zunächst das Gesamtgeschäft zu erklären und sie strukturiert einzuarbeiten, um ihnen dann erst Verantwortung zu übertragen, möchten Berufsanfänger nicht selten am liebsten direkt in ihrem Einsatzbereich Verantwortung übernehmen. Das Unternehmen hat zunächst eine klare Zielvorstellung für die Zeit der Einarbeitung, die Berufseinsteiger eher für die Zeit nach der Einarbeitung.

          Daß dies teilweise zu Frustration auf Seiten der Anfänger führt, ist verständlich, darf sich aber nicht negativ auf ihr generelles Verhalten in der neuen Umgebung auswirken. Denn jeder Einsteiger muß sich darüber im Klaren sein, daß er keine zweite Chance für den ersten Eindruck bekommt, den er bei Kollegen, Vorgesetzten, Projektpartnern und Kunden hinterläßt. Wie aber sollte man sich in einer neuen Firma einführen, was sollte man in jedem Fall vermeiden?

          Arroganz

          Ein häufiges Problem von Universitätsabgängern, die meinen, sie hätten „die Weisheit mit Löffeln gefressen“. Bevor Sie zum Beispiel Verbesserungsvorschläge einbringen, sollten Sie erst einmal die Lage sondieren. Kommen Sie langjährigen Mitarbeitern nicht mit dem erhobenen Zeigefinger; Besserwisserei bringt die neuen Kollegen schnell gegen Sie auf. Wenn Sie sich etabliert haben, können Sie sinnvolle Maßnahmen immer noch durchsetzen.

          Unsoziales Verhalten

          Nach Ihrem akademischen Leben sind nun nicht nur kognitive Fähigkeiten, sondern vor allem auch Sozialkompetenz gefragt. Begegnen Sie Vorgesetzten und Kollegen mit dem gebotenen Respekt! Die Wahrscheinlichkeit, daß Sie zu einem späteren Zeitpunkt die Hilfe des einen oder anderen brauchen, ist groß. Der Spruch „man begegnet sich immer zweimal im Leben“ trifft gerade auch auf die Karriere zu.

          Mangelndes Engagement

          Bringen Sie nicht nur nach Aufforderung Leistung! Erwarten Sie nicht, daß man Ihnen immer sagt, was zu tun ist, sondern suchen Sie sich die Arbeit! Eigeninitiative und ganzheitliches Denken sind Tugenden, die immer nachgefragt werden.

          Selbstüberschätzung

          Ruhen Sie sich nicht auf Ihren Studienleistungen, Praktika und Sprachkenntnissen aus. Dies waren lediglich Schlüssel für den Berufseinstieg. Im Unternehmen fangen Sie bei Null an. Wer aufsteigen will, muß zuerst zeigen, was in ihm steckt.

          Mangelnde Integrationsfähigkeit

          Die Fähigkeit zur Integration ist heute, wo in vielen Unternehmen überwiegend in Teams gearbeitet wird, wichtiger denn je. Wer sich selbst über das Team stellt, stellt sich auch gegen die gemeinsame Sache. Dies fängt schon bei der gemeinsamen Mittagspause an und hört bei Gruppenbesprechungen auf. Wer sich hier absondert, hat langfristig schlechte Karten.

          Zu hohe Anspruchshaltung

          Erwarten Sie nicht, daß man Ihnen von Anfang an Entscheidungsbefugnis, Budget- oder Führungsverantwortung überträgt. Karriereorientierung ist gut, aber der Spruch „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“ kommt nicht von ungefähr.

          Schnelle Unzufriedenheit

          Arbeit soll Spaß machen, ist aber nicht immer ein reines Vergnügen. Fast jeder muß sich anfangs „durchbeißen“. Wer langfristig unzufrieden ist, sollte sich genau überlegen, ob sich die Zustände ändern lassen. Falls dies unwahrscheinlich ist, wägen Sie sorgfältig ab, ob Sie die Konsequenzen ziehen und sich umorientieren.

          Zu geringe Ertragsorientierung

          Seien Sie sich bewußt, daß Ihr Arbeitgeber Sie nicht aus Nächstenliebe eingestellt hat, sondern um den Umsatz zu steigern. In jeder Position tragen Sie direkt oder indirekt zur Wertschöpfung des Unternehmens bei!

          Mangelnde Belastbarkeit

          Kein Arbeitgeber kann von Ihnen verlangen, Tag und Nacht für die Firma da zu sein. Aber: Wer ab 16.00 Uhr alle zehn Minuten auf die Uhr guckt, empfiehlt sich nicht für höhere Positionen!

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