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: Die Börsianer sind gut drauf

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Thomas Holtrop gehört nach knapp zwei Jahren an der Spitze von T-Online bereits zu den Hoffnungsträgern des Telekom-Konzerns. Der Ex-Banker und Ex-Tourismus-Manager hat seinem Arbeitgeber neben vielen ...

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          Der Marathon-Mann

          Thomas Holtrop gehört nach knapp zwei Jahren an der Spitze von T-Online bereits zu den Hoffnungsträgern des Telekom-Konzerns. Der Ex-Banker und Ex-Tourismus-Manager hat seinem Arbeitgeber neben vielen positiven Schlagzeilen in den vergangenen Monaten nun auch 610 Millionen Euro für die Schuldentilgung eingebracht. Soviel hat die Telekom mit dem Verkauf von 100 Millionen T-Online-Aktien erzielt. "Ruckzuck" seien die Aktien verkauft gewesen, hieß es an der Börse. Der schnelle Verkauf in einem schwierigen Umfeld ist vor allem ein Verdienst Holtrops. Mit der seltenen Kombination aus Kostenbewußtsein, Charme und Kreativität hat er aus dem trägen und defizitären Online-Dienst in den vergangenen beiden Jahren ein profitabel wachsendes Internet-Unternehmen gemacht. Wird nach den Gewinner der Bereinigung im Internet gefragt, fellen die Namen Holtroip und T-Online heute wie selbstverständlich an erster Stelle.

          Die Karriere des bodenständigen Westfalen könnte aus dem Bilderbuch stammen. Mit preußischem Arbeitsethos ausgestattet hat er sich vom Club Med über die Werbeagentur Springer & Jacoby, den Finanzdienstleister American Express und die Deutsche Bank 24 bis an die Spitze von T-Online und in den Vorstand der Deutschen Telekom hochgearbeitet. Der Frauenschwarm mit den Maßanzügen hat aus der matten Truppe im behäbigen Weiterstadt in Windeseile Europas führendes Internet-Unternehmen gemacht. Er könne gut zuhören, verschaffe sich schnell ein eigenes Bild und treffe dann klare Entscheidungen, sagen Geschäftspartner über den Hobbygolfer. Im Gespräch ist er stets beherrscht. Auf ein unvorsichtiges Wort von ihm wartet man vergebens. Diese Eigenschaften haben ihm den Start im Telekom-Konzern sehr erleichtert. Denn trotz des Handicaps, als Seiteneinsteiger in das schwierige Internet-Geschäft einsteigen zu müssen, hat er von Anfang an die Trends gesetzt. Den defizitäre Pauschaltarif hat er kurzerhand eingestellt. Mit harter Hand hat er zuerst die Konzernzentrale und dann die Tochtergesellschaften auf Erfolg getrimmt. Das Thema Breitband-Internet hat er schon früh vorangetrieben und ist der Konkurrenz heute meilenweit voraus. Ob sein nächstes Projekt, die Abschaffung der Kostenlos-Kultur im Internet, auch ein Erfolg wird, ist aber noch nicht klar. Doch der 47 Jahre alte Hüne arbeitet hart an diesem Ziel. Während die anderen Internet-Unternehmen Stellen streichen, platzt das Stammhaus in Weiterstadt aus allen Nähten. T-Online expandiert munter weiter und wird - dank eines Finanzpolster von 3,6 Milliarden Euro aus dem Börsengang - in den kommenden Jahren sicher den einen oder anderen Wettbewerber aufkaufen. Noch begnügt sich Holtrop damit, namhafte Medienhäuser und Inhalte-Lieferanten als Partner zu gewinnen. Die Schar ist bunt: Mercedes-Benz, der FB Bayern München, das ZDF, Bunte und Bild gehören dazu.

          Mit eiserner Disziplin läuft er täglich schon im Morgengrauen seine Runden im Taunus, um sich für seine Marathontage fit zu halten. Die körperliche Fitness wird der Familienmensch gut gebrauchen können. Neben seinem neuen Zusatzjob als Telekom-Vorstand will er zur Computermesse Cebit T-Online vom Computer auch auf den Fernseh-Bildschirm bringen. Sein Werbeavatar Robert T-Online setzt sich damit endgültig in den deutschen Wohnzimmern fest. Nur an ein Thema traut sich Holtrop nicht heran. Die Fußball-Bundesliga ist ihm in Internet einfach zu teuer. Noch.

          HOLGER SCHMDIT

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