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Kommentar : Die Batteriezelle als Chance

  • -Aktualisiert am

Manche sehen im Engagement von CATL in Thüringen eine Niederlage für die deutsche Autobranche. Doch es lässt sich auch anders deuten.

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          Die Investition eines chinesischen Herstellers für Elektroautobatterien in Deutschland lässt sich auf zwei Weisen deuten. Manche sehen im Engagement des Unternehmens CATL eine Niederlage für die deutsche Autobranche. Zu lange, zu zögerlich habe sie auf die Elektromobilität geschaut.

          In dieser Zeit habe sie es verpasst, das notwendige Geld zu investieren, um in der Zelltechnik ganz vorne dabei zu sein. Asiatische Hersteller wie CATL, LG Chem, Samsung oder Panasonic hätten unterdessen ihren Vorsprung genutzt, um den Deutschen vorzuführen, wie das mit der Batteriezelle geht.

          Die zweite Interpretation ist weniger emotional und hat wirtschaftliche Gegebenheiten im Blick. Warum in etwas investieren, was heute Massenware ist oder wo sich andere einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil erarbeitet haben? Natürlich entsteht dadurch eine große Abhängigkeit. Doch gibt es nicht nur den einen Batteriezellhersteller, sondern mehrere. Für Wettbewerb ist also gesorgt, und er dürfte noch gestärkt werden, indem CATL nun hierzulande produziert. Durch die Zellfabrik wird Wissen ins Land fließen, aus dem eigene Innovationen entstehen können. Das wäre eine Chance.

          Martin Gropp
          Redakteur in der Wirtschaft.

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