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Anwaltskanzlei : Dentons breitet sich in Amerika aus

Ein Mann mit Aktentasche Bild: dpa

Die Großkanzlei will mit zwei nationalen Einheiten fusionieren. Diesen Schritt vergleichen die drei Partner mit einem historischen Ereignis.

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          In den Vereinigten Staaten bahnt sich die Fusion von drei Wirtschaftskanzleien an, die künftig den global wichtigsten Markt für Rechtsberatung gemeinsam erschließen wollen. Dafür gehen die Sozietäten Bingham Greenebaum aus Indianapolis und Cohen & Grigsby aus Pittsburgh mit den amerikanischen Anwälten der internationalen Großkanzlei Dentons zusammen. Mit mehr als 1100 Anwälten entsteht eine der zehn größten Einheiten in Amerika.

          Marcus Jung

          Redakteur in der Wirtschaft.

          „Mandanten wollen mit einer Kanzlei zusammenarbeiten, die der Vielfalt ihrer speziellen Bedürfnisse in verschiedenen Märkten gerecht wird“, begründete Elliott Portnoy, weltweiter Vorstandsvorsitzender von Dentons den Schritt. Er ergänzte, dass bis heute keine Kanzlei mit Büros in den Top 20 Wirtschaftszentren des Landes vertreten sei. Die amerikanischen Partner müssen der Fusion noch zustimmen. Der Vollzug ist nach Angaben von Dentons für Januar 2020 vorgesehen.

          Mit mehr als 1,6 Millionen Rechtsanwälten sind die Vereinigten Staaten der größte Markt der Welt. Bislang ist es jedoch keiner nationalen Großkanzlei gelungen, sich an allen wichtigen Standorten der West- und Ostküste sowie im mittleren Westen durchzusetzen. Auch für Kanzleien aus Großbritannien ist die Präsenz in Amerika und der unmittelbare Kontakt zu den Technologiekonzernen des Silicon Valley wichtig: Zuletzt allerdings scheiterten die Fusionspläne der britischen Top-Sozietät Allen & Overy mit der Westküstenkanzlei O’Melveny & Myers an den unterschiedlichen strategischen Vorstellungen.

          Dentons wiederum würde sich im Fall eines Zusammenschlusses von bislang 25 Büros auf dann 33 Standorte vergrößern. Damit wäre die Kanzlei eigenen Worten nach künftig in 14 der 20 wichtigsten Wirtschaftszentren der Vereinigten Staaten vertreten und könnte auf Kooperationen mit lokalen Anwälten verzichten. Ihre Fusion vergleichen die drei Partner symbolisch mit dem „Golden Spike“: mit dem letzten goldenen Nagel wurde vor 150 Jahren das Zusammentreffen der transkontinentalen Eisenbahn in Amerika zelebriert.

          Der Schritt passt zur globalen Expansionsstrategie von Dentons, deren Dachorganisation als Schweizer Verein organisiert ist; dank dieser Rechtsform können die einzelnen Länder- und Partnergesellschaften finanziell unabhängig voneinander operieren. Als erste Wirtschaftskanzlei überhaupt konnte Dentons in diesem Jahr die Schwelle von 10.000 Anwälten überschreiten. In Deutschland arbeiten rund 200 Anwälte in vier Standorten.

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