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Die Aktie : Die Cordes-Hausse

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Bild: F.A.Z.

Kaum ist der Führungswechsel bei der Metro bekannt, erreicht die Aktie mit einem Plus von acht Prozent ihren Jahreshöchststand. Das könnte nur ein kurzfristiger Ausschlag gewesen sein. Wie sich der Kurs in den nächsten Monaten entwickelt, hängt von Cordes nächsten Schritten ab.

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          Die Aktie des Handelskonzerns Metro ist im Zuge des Führungswechsels im Vergleich zum Vortag im Nachmittagshandel um acht Prozent auf rund 68 Euro gestiegen. Das ist gleichzeitig ein Jahreshöchststand. Begonnen hatte die Aktie der Metro das Jahr 2007 mit einem Wert von knapp über 50 Euro. Bis zum Sommer war es ihr gelungen, die Marke von 60 Euro zu überspringen.

          Das Kurs-Gewinn-Verhältnis des seit 1996 an der Börse gehandelten Titels liegt derzeit bei 22,2; der Börsenwert des Konzerns beträgt rund 22 Milliarden Euro.

          Keine eindeutigen Signale

          Wie sich der Kurs in den nächsten Monaten entwickeln wird, entscheiden nach Ansicht von Finanzanalysten die nächsten Schritte des neuen Mannes an der Spitze, Eckhard Cordes. Raum für Spekulationen gibt es genug. Über Verkäufe der vergleichsweise lahmen Tochtergesellschaften Kaufhof und Real, über das Abstoßen von Immobilien kursieren seit längerem Spekulationen an der Börse.

          Die Signale seien zwar vielfältig, aber nicht eindeutig, sagt Hans-Peter Kuhlmann, Analyst bei der LBBW. Einerseits habe man Cordes, der vorher an der Spitze von Mercedes gestanden hatte, wegen seines Mutes zur Tat ins Boot geholt. Zu langsam seien dem Hauptaktionär Haniel die Veränderungen unter der Ägide von Körber gegangen, zu wenig sichtbaren Erfolg habe es während seiner Zeit im Amt gegeben.

          „Cordes hat jetzt viel zu tun“

          Gleichzeitig aber sei die Metro ihrem Charakter nach ein Familienunternehmen, in dem man langfristig plane und um das Vertrauen der Aktionäre bemüht sei. Man sei auf Überraschungen aus den Rängen der neuen Führungsebene gefasst. „Cordes hat jetzt viel zu tun“, lautet das knappe Urteil des Analysten. Ganz klar sei noch nicht, was als Nächstes im Konzern passieren werde. Das letzte Kursziel der LBBW von 59 Euro werde deshalb zwar nach oben korrigiert, das Votum laute aber weiterhin „Halten“.

          So lautet es auch von Seiten des Analysten Christoph Gmeinwieser von der Bayern LB. Er glaubt, dass es sich bei dem Kurssprung vom Donnerstag um einen kurzfristigen Kursausschlag handele, der sich auch schnell wieder beruhigen könne. „Es hat immer wieder Spekulationen bei Metro gegeben, dass der Konzern Immobilien verkaufen und das Einzelhandels- und Warenhausgeschäft abstoßen könnte, um sich dann auf die Wachstumstreiber Cash&Carry, Saturn und Mediamarkt zu konzentrieren.“

          Tenor lautet abwarten

          Auch über einen Börsengang der Elektrohandelsunternehmen sei spekuliert worden. Damit dieses Szenario Wirklichkeit werde, bedürfe es aber zunächst eines zahlungswilligen Käufers und vor allem einer Führungsspitze bei Metro, die derartige Restrukturierungsmaßnahmen umsetze. Als Beispiel nennt er das französische Einzelhandelsunternehmen Carrefour, bei dem man ebenfalls die großflächige Veräußerung von Immobilien vermutet habe.

          Auch hier habe es relativ schnell eine Korrektur des Kurses gegeben, sagt Gmeinwieser. Im Falle von Metro sei außerdem nicht klar, wie sich der Verlust von Synergieeffekten mit dem Cash&Carry-Geschäft durch den Verkauf des kriselnden Tochterunternehmens Real langfristig auswirke. Insgesamt lautet der Tenor also abwarten.

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