https://www.faz.net/-gqe-9w2zl

Gewerkschafts-Chef Hoffmann : „Betriebsräte zetteln nicht die Revolution an“

DGB-Chef Reiner Hoffmann Bild: dpa

Am 4. Februar vor 100 Jahren bekamen Arbeiter das Recht, Betriebsräte zu gründen. Ein Gespräch mit DGB-Chef Reiner Hoffmann über Klassenkampf und Digitalisierung.

          5 Min.

          Herr Hoffmann, vor 100 Jahren trat das Betriebsrätegesetz in Kraft. Nach der Novemberrevolution wollten Arbeitervertreter mit solchen Räten Kontrolle über die Wirtschaft gewinnen und den Kapitalismus überwinden. Wie aktuell ist dieses Anliegen für Gewerkschaften heute?

          Dietrich Creutzburg

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Verglichen mit der historischen Situation sind wir heute in einer völlig anderen Phase. Im Kern ging es damals um die Frage, ob Sozialismus, ungezügelter Industriekapitalismus oder Sozialpartnerschaft die Zukunft prägen sollten. Der entscheidende Fortschritt der vergangenen 100 Jahre ist darin zu sehen, dass wir den Industriekapitalismus der Anfangszeit erfolgreich gezähmt haben – auch mit Hilfe der Institution der Betriebsräte.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : 65% günstiger

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. digital – Jubiläumsangebot

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Viele Covid-Tote : Warum Afroamerikaner besonders betroffen sind

          Schwarze in Amerika sind überproportional häufig am Coronavirus erkrankt. Bei ihnen trifft die Pandemie auf grundlegende Probleme: Armut, schlechte Ernährung, Krankheiten. Ist das ein Zeichen von institutionellem Rassismus?
          Ist das erlaubt? Ein Mann und eine Frau auf einer Bank im bayerischen Staffelberg.

          Corona-Regeln : Kleinkrieg um die Parkbank

          Was ist erlaubt in Zeiten des Kontaktverbots? In Sachsen müssen Richter klären, wie weit das Lebensumfeld eines Menschen reicht. Und in Bayern wird diskutiert, ob man sich noch mit einem Buch auf die Bank setzen darf.