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Devisenmarkt : Schwache Aktienmärkte sind keine Hilfe für den Euro

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Trotz schwacher Aktienmärkte bleibt der Euro unter Druck. Tests der alten Unterstützungszone bei 0,8644/51 Dollar sind daher möglich.

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          Die Unsicherheiten um den weiteren Verlauf des amerikanischen Aktienhandels beflügelten den Euro am gestrigen Vormittag. Die Einheitswährung befestigte sich zeitweilig bis auf Kurse um 0,875 Dollar, bröckelte aber später trotz der schwachen Eröffnung der US-Aktien wieder deutlich auf Kurse unter 87 US-Cent ab. Die am Mittwoch veröffentlichten Daten zur deutschen Industrieproduktion hatten keinen Einfluß auf den Devisenhandel. Sie nahm mit einer Wachstumsrate von 1,1 Prozent gegenüber dem Vormonat noch immer kräftig zu, der Juliwert wurde allerdings auf 2,8 Prozent zurückgenommen. Ebenfalls ohne Auswirkungen verpuffte ein Kommentar Hans Eichels. Er hatte gesagt, sollten die Ölpreise auf ihrem hohen Niveau verbleiben, könne sich dies negativ auf das globale Wirtschaftswachstum auswirken. Die Bundesregierung erwartet in diesem Jahr noch ein deutsches Wirtschaftswachstum von rund 3 Prozent, das sich aber 2001 auf 2,75 Prozent abschwächen dürfte. Trotz schwacher Aktienmärkte bleibt der Euro unter Druck. Tests der alten Unterstützungszone 0,8644/51 USD sind daher möglich.

          Spekulationen auf Zinserhöhungen in Großbritannien

          Wieder aufflackernde Spekulationen auf Zinserhöhungen in Großbritannien verhalfen dem Pfund gestern zu Kursgewinnen gegenüber US-Dollar und Euro. Sushil Wadhwani, Mitglied des geldpolitischen Komitees der Bank of England, macht sich allerdings mehr und mehr Sorgen über eine Überbewertung des Sterlings. Er gilt allerdings auch als ein Verfechter einer lockeren Geldpolitik.

          EZB-Bericht auf der Agenda

          Heute steht der monatliche Bericht der Europäischen Zentralbank auf dem Programm. Hier dürfte man gespannt sein, ob der - angesichts der eindrehenden Sentimentindikatoren - eher "hawkishe" Grundton, der im Anschluss an die jüngste Zinserhöhung angeschlagen wurde, weiter vorherrscht. Sirkaa Hämäläinen, Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank, sieht bereits erste Indikationen, daß sich der schwache Euro und der hohe Ölpreis in hohen Lohnforderungen niederschlagen. Ihr Kollege Padoa-Schioppa betonte gestern, die Zentralbank fälle ihre Entscheidungen nicht nur auf Basis der Gesamtinflationsraten, die durch die hohen Ölpreise nach oben verzerrt seien. Darüber hinaus betonte er die Notwendigkeit struktureller Reformen in Euroland. Heute hält EZB-Chef Wim Duisenberg eine Ansprache an der European Business School in London. Eine Neueinschätzung der Geldpolitik wird aber nicht erwartet.

          Bund-Future: Heute Konsolidierung
          Mangels neuer Daten dürfte sich das Hauptaugenmerk der Marktteilnehmer wieder auf die Aktienmärkte richten. Angesichts des schwächeren Euro erwarten sie den Bund-Future heute in einer Bandbreite von 105,45 zu 105,86 Punkten.

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