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Brisante Umfrage zur Pandemie : Deutschlands Mittelständler dampfen Weiterbildungen ein

Bild der Pandemie: Vielen Menschen arbeiten von Zuhause aus mittlerweile, andere können gar nicht mehr. Bild: dpa

Existenzsorgen in vielen Betrieben: Jeder Zweite lässt Schulungen ruhen. Wenn es um Computer-Kenntnisse geht, ist die Sache komplizierter.

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          Die betriebliche Weiterbildung ist im deutschen Mittelstand im Corona-Jahr 2020 regelrecht eingebrochen. 38 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen haben entsprechende Angebote für ihre Mitarbeiter reduziert, gut jedes zweite davon – insgesamt 20 Prozent – auf null. Weitere 29 Prozent haben ihre Belegschaft schon zuvor nicht geschult.

          Britta Beeger
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Damit lag die betriebliche Weiterbildung im vergangenen Jahr in der Hälfte aller mittelständischen Betriebe auf Eis. Das geht aus einer repräsentativen, noch unveröffentlichten Sonderbefragung des Mittelstandspanels der Förderbank KfW von Mitte Januar hervor. Für die Umfrage wurden Antworten von gut 2800 Unternehmen ausgewertet. Die Ergebnisse liegen der F.A.Z. vorab vor.

          Die Gründe für diese Entwicklung sind aus Sicht der KfW klar: Für viele der 3,8 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen stand im vergangenen Jahr die Existenzsicherung im Vordergrund. Für die Weiterbildung mangelte es in dieser Situation an Geld, Zeit und Planungssicherheit, zumal die Mitarbeiter das erworbene Wissen im Fall einer Kündigung mitnehmen.

          „Mitten im digitalen Strukturwandel“

          Die Umfrage zeigt: Je stärker die Corona-Krise auf den Unternehmen lastete, desto mehr haben sie ihre Weiterbildungsaktivitäten zurückgefahren. Von den mittelständischen Unternehmen, die sich in ihrer Existenz bedroht sehen (25 Prozent), hat jedes zweite die Weiterbildung im vergangenen Jahr komplett eingestellt.

          Für das einzelne Unternehmen könne das rational sein, konstatiert die KfW. Aus gesamtwirtschaftlicher Perspektive sei es allerdings „eine Herausforderung, vor allem, weil wir uns mitten im digitalen Strukturwandel befinden“, sagt KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib. Fehlende Kompetenzen der Beschäftigten seien hier eine der größten Hürden.

          Das haben offenbar auch die Unternehmen erkannt. Grundsätzlich betrachten sie ihren Weiterbildungsbedarf als recht konstant – auf einem Gebiet ist er ihrer Einschätzung nach aber kräftig gestiegen: bei den Digitalkompetenzen. Knapp die Hälfte der mittelständischen Unternehmen (46 Prozent) gab an, hier mittleren oder großen Bedarf zu haben. Das ist mehr als bei den berufsfachlichen Fähigkeiten (44 Prozent), aber auch allen weiteren Themen wie etwa persönlichen oder sozialen Kompetenzen.

          Allerdings führt die Corona-Krise im Bereich der Digitalkompetenzen zu einer Spreizung. So ist in den Unternehmen besonders der Bedarf an grundlegenden, schnell erlernbaren Fähigkeiten wie dem Verwenden von Computern und Standardsoftware gestiegen, was mit der stärkeren Nutzung von Homeoffice zusammenhängen könnte.

          Komplexere Kompetenzen rückten hingegen in den Hintergrund, etwa das Bedienen digitaler Produktionsmaschinen oder Programmiersprachen. Die KfW mahnt in ihrer Studie, die Unternehmen sollten die betriebliche Weiterbildung unbedingt nachholen. Ohne eine erhebliche Ausweitung werde „die Transformations- und Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands Schaden nehmen“.

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