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Ingenieurverband warnt : Deutschland vor „größter Ingenieurlücke aller Zeiten“

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Ein 19-jähriger Auszubildender aus Afghanistan schraubt in einem Ausbildungsprogramm von Siemens an einem Schaltschrank. Bild: dpa

Allein in diesem Jahr gehen fast 11.000 Elektroingenieure in Ruhestand, ohne dass genug Nachwuchs vorhanden wäre. Der Chef des Berufsverbands findet deutliche Worte.

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          Deutschland steuert dem Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) zufolge auf die „größte Ingenieurlücke aller Zeiten“ zu. In den kommenden zehn Jahren würde in Deutschland deutlich über 100.000 junge Elektroingenieure mehr benötigt als hierzulande ausgebildet werden, erklärte VDE-Chef Ansgar Hinz am Montag. Allein in diesem Jahr seien fast 11.000 neue Elektroingenieure nötig, um die in den Ruhestand eintretenden Ingenieure zu ersetzen.

          Der Strukturwandel in der Industrie sorge dafür, dass der Bedarf an Elektroingenieuren noch deutlich anwachse, erklärte der VDE. Gleichzeitig brechen demnach aber fast die Hälfte der Studierenden der Elektro- und Informationstechnik die Ausbildung ab. So müsse sich vor allem der Mittelstand im Ausland umschauen, um genügend Mitarbeiter zu finden. Rund zwölf Prozent der in Deutschland beschäftigten Elektroingenieure haben ihren Abschluss im Ausland erworben.

          Der VDE empfiehlt Maßnahmen, mit denen die Quote der Studienabbrecher gesenkt werden könnte: „Hierfür muss der Unterricht in den naturwissenschaftlichen Fächern, allen voran Mathematik, in den Schulen flächendeckend verbessert werden“, forderte Hinz. Darüber hinaus müssten noch mehr Jugendliche und vor allem Frauen für ein Studium der Elektro- und Informationstechnik gewonnen werden. Außerdem sollten ausländische Fachkräfte leichter zuwandern und ältere Ingenieure länger beschäftigt werden dürfen.

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