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Landwirtschaft : Deutschland wird sich bei Glyphosat-Abstimmung wohl enthalten

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Glyphosat ist das am meisten verkaufte Herbizid. Bild: Wolfgang Eilmes

Wird die Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat in der EU verlängert? Die Bundesregierung ist sich noch immer uneins. Unklar bleibt, ob so die Neuzulassung genug Stimmen bekommt.

          Die Bundesregierung hat auch unmittelbar vor der Entscheidung der EU über eine Zulassungsverlängerung des Herbizids Glyphosat keine gemeinsame Haltung gefunden. „Die bislang geführten Gespräche haben noch nicht zu einer abschließenden Festlegung der Bundesregierung geführt“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. Sollte eine Einigung nicht gelingen, wird sich Deutschland nach seinen Worten bei der Glyphosat-Abstimmung im sogenannten Ständigen Ausschuss der EU der Stimme enthalten.

          In Brüssel war eine Abstimmung noch am Mittwoch oder am Donnerstag geplant. Unklar war, ob mit einer Enthaltung Deutschlands die von der EU-Kommission befürwortete Zulassungsverlängerung genügend Stimmen erhält.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel teile die Meinung von Agrarminister Christian Schmidt, sagte Seibert. Der CSU-Politiker befürwortet die Zulassungs-Verlängerung und stützt sich dabei auf Studien der EU-Lebensmittelbehörde Efsa und des deutschen Bundesinstitut für Risikobewertung, die der Chemikalie bei sachgemäßer Anwendung Unbedenklichkeit bescheinigen. Dagegen lehnen Bundesumweltministerin Barbara Hendricks ebenso wie die anderen SPD-Minister den Wirkstoff unter Hinweis auf eine Untersuchung der Internationalen Behörde für die Krebsforschung (IARC) ab, die das Unkrautvernichtungsmittel als wahrscheinlich karzinogen einstuft.

          Die Zulassung für Glyphosat in der Europäischen Union läuft Ende Juni aus.  Die EU wollte bereits im März über eine Verlängerung entscheiden, verschob die Abstimmung wegen zu unterschiedlicher Meinungen jedoch.

          Glyphosat ist das deutschland- und weltweit am meisten verkaufte Herbizid und wird sowohl in der Landwirtschaft als auch in privaten Gärten sehr häufig verwendet. Etwa 40 Prozent der Ackerfläche wird in Deutschland mit glyphosathaltigen Pflanzengiften behandelt.

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