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Neue Arbeitsmarktstudie : Deutschland spart 85 Milliarden Euro durch Arbeitsmarktaufschwung

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Die Angestellten, die Unternehmen und die Staatskasse profitieren vom Arbeitsmarktaufschwung. Bild: dpa

Die Kosten der Arbeitslosigkeit lagen 2017 bei 53 Milliarden Euro. Hätte es den Arbeitsmarktaufschwung seit 2005 nicht gegeben, hätte Deutschland viel mehr ausgeben müssen. Auch Angestellte und Unternehmen haben profitiert.

          Der lange Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland hat die Kosten der Arbeitslosigkeit für Beitragszahler und Staat mehr als halbiert. Die Gesamtkosten hätten 2017 rund 53 Milliarden Euro betragen, sagte Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters.

          „Wäre der Kostenanteil am Bruttoinlandsprodukt durch den Arbeitsmarktaufschwung seit 2005 nicht erheblich gesunken, wären es 138 Milliarden Euro gewesen“, sagte Weber. „Der Arbeitsmarkt hat Deutschland finanziell gesunden lassen.“ Damit hätte der Aufschwung die Gesamtkosten um 85 Milliarden Euro reduziert.

          Profitiert habe davon nicht nur die öffentliche Hand. Weber verwies darauf, dass der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung seit 2006 um vier Prozentpunkte auf 2,5 Prozent gesenkt worden sei. „Arbeitnehmern und Arbeitgebern verbleiben so im Jahr knapp 50 Milliarden Euro mehr“, unterstrich der Wissenschaftler.

          Die fiskalischen Gesamtkosten der Arbeitslosigkeit errechnen sich aus direkten Zahlungen an Arbeitslose wie auch den Mindereinnahmen für die öffentliche Hand durch entgangene Steuern und Sozialbeiträge. Ihr Anteil lag nach Berechnungen des IAB im Jahr 2017 bei 1,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Ein Jahr vor Beginn des Arbeitsmarktaufschwungs im Jahr 2005 seien es noch 4,2 Prozent gewesen. Damals gab es im Jahresdurchschnitt 4,86 Millionen Arbeitslose. 2018 waren es mit 2,34 Millionen weniger als halb so viele Arbeitslose.

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