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Deutschland : Land ohne Rohstoffstrategie

  • -Aktualisiert am

Deutschland muss Energie und Rohstoffe einführen - auch aus Russland, das bei der Durchsetzung seiner Interessen nicht zimperlich ist, wie man jetzt wieder im Kaukasus sieht. Deutschland muss endlich eine langfristige Strategie formulieren. Doch noch immer dominieren Sorgen ums Klima die Debatte.

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          Deutschland hat zu spät die strategische Bedeutung einer sicheren Energie- und Rohstoffversorgung erkannt. Es wurde politisch und unternehmerisch versäumt, dem Land eigene Zugänge zu primären Energiequellen und Rohstoffen zu sichern, die der Warenexportweltmeister zur Produktion braucht. Die deutschen Braun- und Steinkohlevorkommen sollen aus Umwelt- und Kostengründen nicht mehr genutzt werden. Der Ausstieg aus der Kernenergie ist politisch beschlossen, obwohl die hochsubventionierten und schwankungsanfälligen erneuerbaren Energien die nuklearen Grundlastkraftwerke nicht ersetzen können.

          Kaum besser sieht es mit Rohstoffen aus. Die deutsche Industrie muss viele metallische Rohstoffe einführen, die Abhängigkeit von wenigen globalen Minenkonzernen wird immer größer, die Preise haben sich in wenigen Jahren vervielfacht. Nun kommt noch der Kampf um Rohstoffe im Schrott hinzu, der für die Stahlproduktion unverzichtbar ist und auf den Europas Recycling-Industrie aufbaut.

          Der Westen muss notgedrungen „strategische Partnerschaften“ eingehen

          Wie eine Industrienation ohne eigene Ölquellen eine strategisch kluge Energiepolitik betreiben kann, zeigt das Beispiel Frankreich. Mit dem weltweit höchsten Anteil an Nuklearenergie, mit den beiden Energiekonzernen EdF und Suez/Gaz de France, dem Kraftwerksbauer Areva und Total als viertgrößtem Öl- und Gasförderer der Welt geht Frankreich gut aufgestellt ins Rennen um knappe Ressourcen.

          Die Globalisierung verändert die Machtverhältnisse in der Welt – und das nicht zugunsten des Westens. Durch die wirtschaftliche Aufholjagd von China, Indien und Russland drängen Staaten an die Spitze der Weltwirtschaftsliga, die eigene Vorstellungen von politischer Herrschaft haben, mit denen der Westen aber notgedrungen „strategische Partnerschaften“ eingehen muss. Deutschland ist nun einmal von russischen Energielieferungen abhängig. Solche Staaten sind bei der Wahl der Mittel zur Durchsetzung ihrer Interessen nicht zimperlich, wie man jetzt wieder im Kaukasus sieht.

          Angesichts solcher Herausforderungen muss Deutschland endlich eine Strategie zur langfristigen Energie- und Rohstoffversorgung formulieren. Doch noch immer dominieren Sorgen ums Klima die politische Debatte. So wird in Deutschland Energiepolitik umgedeutet zu „ökologischer Industriepolitik“; der Umweltschutz wird ausgebaut, die Umweltindustrie mit Milliarden subventioniert. Die Kosten dieser Förderung und Regulierung tragen Verbraucher und Steuerzahler. Man darf raten, wer am Ende die Rechnung für die strategischen Versäumnisse übernehmen muss.

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