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Schuldenkrise : Bundesregierung wirft Griechenland Foulspiel vor

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Alexis Tsipras Bild: AP

Mit harscher Kritik hat die Bundesregierung auf die jüngsten Vorwürfe aus Athen reagiert. Griechenlands Ministerpräsident Tsipras hatte Spanien und Portugal vorgeworfen, an der Spitze einer Verschwörung gegen seine Regierung zu stehen.

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          Die Bundesregierung weist die Kritik der griechischen Führung an Spanien und Portugal zurück. „Nach europäischen Maßstäben war das ein sehr ungewöhnliches Foulspiel“, sagte der Sprecher des Bundesfinanzministeriums, Martin Jäger, am Montag in Berlin. „Das tun wir nicht in der Euro-Gruppe, das gehört sich nicht.“

          Der neue griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras hatte am Wochenende den konservativen Regierungen in Spanien und Portugal vorgeworfen, an der Spitze einer Verschwörung zum Sturz der neuen Linksregierung in Athen zu stehen. Tsipras hatte erklärt, beide Länder hätten versucht, die Verhandlungen in der Euro-Zone im Schuldenstreit zum Scheitern zu bringen. Die Vorwürfe beschäftigen auch die EU-Kommission.

          “Wir sollten uns nicht in die Angelegenheiten unserer Partnerregierungen einmischen“, sagte Jäger und betonte, sowohl Portugal als auch Spanien seien Partner, mit denen Deutschland sehr eng zusammenarbeite. „Wir haben eine sehr hohe Anerkennung für das, was beide Länder in den vergangenen Jahren auf ihrem Reformpfad erreicht haben.“ Griechenland lehnt im Gegensatz zu Spanien und Portugal die geforderten Reformen zur Belebung der Wirtschaft und zur Konsolidierung des Haushalts entschieden ab.

          Die griechische Regierung würde sich nicht nach dem üblichen Muster in der Euro-Gruppe verhalten, sagte Jäger. „Es ist tatsächlich so, dass in den vergangenen Wochen sehr viel an Vertrauen verloren gegangen ist.“ Äußerungen des griechischen Finanzministers Giannis Varoufakis, die Vereinbarungen mit der Eurogruppe seien bewusst unscharf formuliert, um Kritikern der Hilfe die Zustimmung zu den Zahlungen zu ermöglichen, wies der Sprecher zurück. „Der griechische Finanzminister äußert sich zu zahlreichen Dingen, so zahlreich, dass es inzwischen schon fast schwierig ist, den Überblick zu bewahren“, erklärte Jäger.

          Die EU-Kommission bestätigte, dass sich die Regierungen in Madrid und Lissabon bei ihr über Tsipras beschwert hätten. Zugleich hätten sie eine Reaktion der Kommission gefordert, sagte ein Sprecherin in Brüssel. „Wir sind jetzt in engem Kontakt zu allen beteiligten Parteien“, ergänzte sie. Ziel sei es, Einigkeit unter den Mitgliedsstaaten herzustellen.

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