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Studie für Vereinte Nationen : Deutschland kommt bei Nachhaltigkeits-Zielen voran

Die Umstellung auf eine emissionsarme Energieerzeugung gehört zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen: Offshore-Windpark in der Ostsee. Bild: dpa

Die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen sollen dazu beitragen, dass wir auch in 100 Jahren noch auf unserem Planeten leben können. Im Vergleich hat Deutschland seine Hausaufgaben gemacht.

          Deutschland gehört zu den Ländern, die besonders nachhaltig wirtschaften. Die Bundesrepublik steht in einer Vergleichsstudie für die Vereinten Nationen mit 156 Staaten auf dem vierten Platz. Besser schneiden nur die skandinavischen Länder Schweden, Dänemark und Finnland ab. Deutschland hat 82,3 von 100 theoretisch möglichen Punkten und verbessert sich damit gegenüber dem Jahr 2016 um zwei Plätze.

          Manfred Schäfers

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Hierzulande gebe es Nachholbedarf im Bereich nachhaltiger Konsum und Produktion, heißt es in der Auswertung der Bertelsmann-Stiftung, die mit dem Sustainable Development Solutions Network der Vereinten Nationen die Studie erarbeitet hat. Am Montagnachmittag wird Jeffrey Sachs, Autor und Direktor des Netzwerks, in New York die Ergebnisse der Untersuchung präsentieren. Sie liegt der F.A.Z. vorab vor.

          An der Spitze der Rangliste steht Schweden mit 85 Punkten. Die Industrieländer erreichen im Durchschnitt 77 Punkte. Das entspricht etwa dem Rang von Kanada (20. Rang). Die Vereinigten Staaten kommen auf Platz 35 und China auf Platz 54. Am Ende der Rangliste finden sich afrikanische Länder sowie Haiti, Afghanistan und der Jemen. Schlusslicht ist die Zentralafrikanische Republik mit 37,7 Punkten.

          Negativer Punkt an Deutschland: Elektroschrott

          Die Autoren der Studie heben hervor, dass es in Deutschland unter Federführung des Bundeskanzleramtes eine Nachhaltigkeitsstrategie gibt. Zudem existierten ansatzweise Berechnungen über nötige Investitionen für die Nachhaltigkeitsziele. Dies sei selten unter Industrieländern. Kritisch merken die Autoren an, dass die Deutschen rund 22 Kilogramm Elektroschrott je Kopf im Jahr produzieren – „fast dreimal so viel wie in der Türkei oder Mexiko und rund genauso viel wie in den Vereinigten Staaten“. Negativ fielen hohe Schwefeldioxid-Emissionen ins Gewicht, die durch Produktionsstandorte im In- und Ausland und den Konsum in Deutschland entstünden (rund 18 Kilogramm Schwefeldioxid je Kopf im Jahr).

          Die Vorgaben der Vereinten Nationen bestehen aus 17 Zielen mit 169 Unterpunkten und reichen bis zum Jahr 2030. Es geht nicht mehr allein darum, ob ein Land Armut und Hunger bekämpft. Auch wird geprüft, wie die Umwelt leidet. Ein reiches Land, das viel Öl, Kohle und Gas benötigt, um seinen Lebensstandard zu erhalten, und damit das Klima belastet, erhält einen Punktabzug. China, Indien und die Vereinigten Staaten sind mit ihrer Industrie und ihrem Verbrauch zu 40 Prozent dafür verantwortlich, dass die globalen Ziele im Bereich „nachhaltiger Konsum und Produktion“ noch nicht erfüllt werden.

          Den Entwicklungs- und Schwellenländern bescheinigen die Autoren Fortschritte: „Gerade in Ländern mit niedrigem Pro-Kopf-Einkommen gibt es langsame, aber stetige Entwicklungen, so dass extreme Armut oder Unterernährung vermindert und der Zugang zu grundlegenden Gütern und Dienstleitungen wie sauberem Wasser, Bildung oder einer rudimentären Gesundheitsversorgung leicht verbessert wurde.“

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