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F.A.Z. exklusiv : Deutschland ist zweitgrößter Zahler an humanitärer Hilfe

  • -Aktualisiert am

Auch das Rote Kreuz unterstützt der deutsche Staat mit viel Geld. Bild: obs

Die Bundesrepublik gibt immer mehr Geld für internationale Hilfe aus. Besonders in den Jahren 2016 und 2017 ist die Summe gestiegen.

          Die Bundesregierung gibt immer mehr Geld für humanitäre Hilfsprojekte aus. Im vergangenen Jahr war sie mit 1,8 Milliarden Euro nach Amerika der zweitgrößte Geber bilateraler humanitärer Unterstützung. So steht es in einem Regierungsbericht über humanitäre Hilfe im Ausland 2014 bis 2017, den das Kabinett am Mittwoch beschließen will.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          „Da der Bundestag angesichts des wachsenden Bedarfs kontinuierlich mehr Mittel zur Verfügung stellte, konnte Deutschland seine humanitäre Hilfe gegenüber dem vorherigen Berichtszeitraum (2010 bis 2013) mehr als verdreifachen“, heißt es in dem der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vorliegenden Papier.

          „Notlagen ziehen sich inzwischen über Jahrzehnte hin“

          Alles in allem unterstützte Deutschland demnach in den vergangenen vier Jahren humanitäre Organisationen der Vereinten Nationen, die Rotkreuz-Bewegung oder zivilgesellschaftliche Initiativen mit knapp 4 Milliarden Euro. Auffällig ist der starke Aufwuchs in den Jahren 2016 und 2017, also nach dem Flüchtlingsstrom aus dem vom Bürgerkrieg zerstörten Syrien. Stellte die Regierung 2014 noch 416 Millionen Euro zur Verfügung, war es 2017 mit 1,76 Milliarden Euro viermal so viel.

          Zwei Trends hätten die humanitäre Versorgung der vergangenen Jahre bestimmt. So habe sich die Lücke zwischen dem wachsenden Bedarf und der verfügbaren Hilfe geweitet. Zum anderen hätten sich Art und Ausmaß von Naturkatastrophen und bewaffneten Auseinandersetzungen verschlimmert: „Humanitäre Notlagen ziehen sich inzwischen über Jahre oder gar Jahrzehnte hin.“

          Regionale Schwerpunkte der weltweiten Hilfe waren der Nahe Osten und Afrika, „wobei die Syrien-Krise sowie die Hungerkrise in Afrika besonders im Fokus standen“. Stichworte hier sind auch der Irak, der Jemen, Südsudan. Mehrfach habe der Bundestag Mittel wegen überraschender Krisen erhöht. „Staatliches Engagement geht damit Hand in Hand mit dem anhaltend hohen Spendenaufkommen“, heißt es in dem Papier. Thematisch habe man sich auf Gesundheit, Wasser und Hygiene sowie Ernährung konzentriert.

          Die Bundesregierung führt selbst keine Hilfsprojekte durch. Mit dem Steuergeld sorgt sie dafür, dass andere Träger die Arbeit erledigen können. Drei Viertel des Hilfsgeldes ging an Organisationen der Vereinten Nationen, wie das Welternährungsprogramm, die Flüchtlingsarbeit des UNHCR oder das UNO-Hilfswerk für Palästina.

          Das restliche Viertel wurde zur Hälfte an das Rote Kreuz oder den Roten Halbmond gegeben, wobei der Löwenanteil dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz zufloss. Mit 176 Millionen Euro zählte Deutschland im vergangenen Jahr zu dessen drei größten Gebern. Das restliche Achtel der Hilfsgelder ging an Nichtregierungsorganisationen.

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