https://www.faz.net/-gqe-9cx3e

Erstmals seit Jahren : Deutschland hat jetzt weniger als 2.000.000.000.000 Euro Schulden

  • Aktualisiert am

Die robuste Wirtschaftsentwicklung lässt die öffentlichen Einnahmen sprudeln. Bild: dpa

Die gute Wirtschaftslage und niedrige Arbeitslosigkeit machen’s möglich: Bund, Länder und Gemeinden reduzieren ihre Verbindlichkeiten. Ausnahmen gibt es auch.

          Die Schulden des deutschen Staates sind im vergangenen Jahr erstmals seit langer Zeit unter die Marke von zwei Billionen Euro gefallen. Sie verringerten sich im Vergleich zum Jahr  2016 um 2,1 Prozent oder 42,1 Milliarden Euro auf 1,967 Billionen Euro, wie das Statistische Bundesamt an diesem Donnerstag mitteilte.

          Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 23.797 Euro. „Erstmals seit Beginn der aktuellen Berechnungsmethode 2010 lag der Schuldenstand damit unter der Zwei-Billionen-Grenze“, hieß es. Wegen der guten Konjunktur wachsen die Steuer- und Beitragseinnahmen, während zugleich sehr niedrige Zinsen die Staatskasse entlasten.

          Und die Statistiker erklären: „Alle Ebenen des öffentlichen Gesamthaushalts trugen zum Schuldenabbau bei.“ Der Bund stand Ende des Jahres 2017 mit 1,242 Billionen Euro in der Kreide, ein Rückgang um 1,2 Prozent. Einen noch stärkeren Abbau schafften die Länder: Ihre Verschuldung verminderte sich um 3,7 Prozent auf 586 Milliarden Euro. „Die meisten Länder konnten ihre Verschuldung abbauen“, so die Statistiker. Prozentual besonders stark sank sie dabei in Sachsen (minus 16 Prozent), Baden-Württemberg (minus 13 Prozent) und Bayern (minus 12,7 Prozent). Entgegen der allgemeinen Tendenz erhöhten sich die Schulden in Hamburg (plus 4,6 Prozent), in Thüringen (plus 3,5 Prozent) und in Sachsen-Anhalt (plus 2,2 Prozent). Ein wesentlicher Grund in Hamburg waren Schuldenaufnahmen im Zusammenhang mit der HSH Nordbank.

          Die Gemeinden reduzierten ihre Verbindlichkeiten um 3,5 Prozent auf 138 Milliarden Euro. In allen Ländern gab es Rückgänge, die prozentual höchsten in Sachsen (minus 9,5 Prozent), Sachsen-Anhalt (minus 6,8) und Hessen (minus 6,4). Die Sozialversicherung war mit 404 Millionen Euro verschuldet, ein Minus von 6,9 Prozent zum Vorjahr. In der Statistik werden Verbindlichkeiten gegenüber dem nicht-öffentlichen Bereich berücksichtigt, also etwa gegenüber Banken und privaten Unternehmen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Wegen Amazonas-Bränden : Europa droht Bolsonaro mit Blockade

          Der Streit mit Brasilien um die Waldbrände eskaliert: Finnland prüft ein Einfuhrverbot für brasilianisches Rindfleisch in die EU, Irland und Frankreich drohen, ein Handelsabkommen zu blockieren. Politiker aus Europa schießen gegen Präsident Bolsonaro.
          Hans-Georg Maaßen im CDU-Wahlkampf vor der Landtagswahl in Sachsen am 1. September

          Streit über Parteiausschluss : Maaßen dankt Schäuble für Unterstützung

          Im Streit um einen möglichen Parteiausschluss von Hans-Georg Maaßen geht Wolfgang Schäuble auf Distanz zur CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer. Der ehemalige Verfassungsschutzpräsident bekennt: „Das war wohltuend.“
          Auch Sojabohnen aus Amerika werden betroffen sein.

          Importe aus Amerika : China kündigt neue Zölle an

          Von Mitte Dezember werden fast alle chinesischen Importe in die Vereinigten Staaten mit Strafzöllen belegt sein. Diese Entwicklung lässt die chinesische Regierung nicht unbeantwortet.

          Boris Johnson und Twitter : Fuß auf dem Tisch? Skandal!

          Boris Johnson legt bei Präsident Macron flegelhaft den Fuß auf den Tisch – oder war doch alles ganz anders? Warum „Footgate“ ein Beispiel für die fatale Empörungsroutine in den Netzwerken ist.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.