https://www.faz.net/-gqe-946e3

F.A.Z. exklusiv : Deutschland zahlt mehr als doppelt so viel an die EU wie Großbritannien

Auch am Samstag sind in Berlin Menschen für Europa auf die Straße während der „Pulse of Europe“-Demo. Bild: TRUEBA/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Wer zahlt wie viel in den großen Haushalt der EU? Darüber gibt es immer wieder Streit. Berlin hat im vergangenen Jahr mehr als doppelt so viel nach Brüssel überwiesen wie London. Die Brexit-Lücke dürfte somit deutlich kleiner ausfallen als behauptet.

          Deutschland ist auch 2016 wieder der mit Abstand größte Nettozahler der EU gewesen: Beinahe 13 Milliarden Euro betrug nach Informationen der Frankfurter Allgemeine Zeitung die Differenz zwischen dem Beitrag in den Haushalt und den Rückflüssen aus den EU-Töpfen.

          Hendrik Kafsack

          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Der deutsche Nettobeitrag sank damit zwar leicht um eine viertel Milliarde Euro. Das geht aus neuen Zahlen der Europäischen Kommission hervor. Allerdings war das EU-Budget im vergangenen Jahr 2016 auch erstmals seit Jahren deutlich auf 136 Milliarden Euro gesunken. Zweitgrößter Nettozahler war im vergangenen Jahr Frankreich mit 8,2 Milliarden Euro, was einem Anstieg um ganze 2 Milliarden Euro entspricht. Erst dahinter liegt das Vereinigte Königreich mit einem Nettobeitrag von 5,6 Milliarden Euro.

          Der Beitrag der Briten lag damit stark unter dem des Jahres 2015, als sie 11,7 Milliarden Euro mehr an die EU überweisen, als sie zurückbekamen. Der Wert war in jenem Jahr allerdings auch durch Sondereffekte stark nach oben verzerrt.

          Interessant ist das nicht zuletzt, weil die EU-Kommission in der Debatte um die Lücke, die der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU in den Haushalt der Gemeinschaft reißt, bisher stets von 10 Milliarden bis 13 Milliarden Euro ausgeht. Also von einer viel höheren Lücke.

          Die Frage dürfte in der im kommenden Jahr beginnenden Diskussion über die nächste, im Jahr 2021 beginnende EU-Finanzperiode eine große Rolle spielen. Haushaltskommissar Günther Oettinger (CDU) hatte die verbleibenden Nettozahler schon aufgefordert, mindestens 10 Milliarden Euro mehr als bisher einzuzahlen, um die Folgen des Brexits auszugleichen.

          Weitere Themen

          Als die Grenze fiel Video-Seite öffnen

          August 1989 : Als die Grenze fiel

          Die Welt hat lange stillgestanden an der ungarisch-österreichischen Grenze. Bis zum 19. August 1989. Dann, vor 30 Jahren, platzte zwischen Fertörákos und Mörbisch eine Nahtstelle des Eisernen Vorhangs – mit weitreichenden Folgen für die Region und ganz Europa.

          Topmeldungen

          Nach Unwettern : Verkehr in Teilen Deutschlands gestört

          Ein starkes Unwetter sorgt in Teilen Deutschlands für Störungen und Ausfälle im Bahnverkehr. Auch auf vielen Autobahnen gibt es massive Behinderungen. Am Frankfurter Flughafen wird die Abfertigung zwischenzeitlich eingestellt.
          Hans Kammler (Mitte) auf dem Weg zu einer rüstungstechnischen Anlage bei Ebensee (1944).

          „Hitlers Geheimwaffenchef“ : Der verschwundene SS-General

          Hans Kammler gehörte zur engeren Führung des NS-Regimes. Er war mitverantwortlich für den Holocaust. Im Mai 1945 soll er Suizid begangen haben. Doch daran gibt es große Zweifel, wie das ZDF zeigt.
          Tenor seiner Aussagen: „Ibiza“ war peinlich, aber nichts Unrechtes sei gesagt worden, „ich habe eine saubere Weste.“ – Heinz-Christian Strache

          Strache und die FPÖ : „Ich habe eine saubere Weste“

          Die Zukunft der skandalträchtigen FPÖ ist nach dem „Ibiza“-Skandal um Heinz-Christian Strache weiter ungewiss. Die Razzien bei FPÖ-Leuten bezeichnete er als ein politisch motivierten „Unrechtsakt“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.