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Deutscher Wohnungsmarkt : Längerfristig bedroht

Eine immer weniger marktorientierte Wohnungspolitik zeichnet sich ab. Den Anlass dafür gibt nicht nur die Corona-Krise. Begrüßenswert sind diese Entwicklungen nicht.

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          Die deutschen Wohnungskonzerne gehören sicherlich nicht zu den Verlierern der Corona-Krise. Das sieht man an den Aktienkursen der großen Konzerne Vonovia, Deutsche Wohnen oder LEG. Zwar haben auch sie seit Jahresbeginn Federn gelassen, doch in weit geringerem Maße als die Vertreter der meisten anderen Branchen. Darin spiegelt sich das Wohnbedürfnis der Bevölkerung – ein Dach über dem Kopf brauchen wir in jedem Fall. Dem entgegen steht der politische Wille, den Rauswurf von Mietern wegen ausbleibender Mietzahlungen um jeden Preis zu verhindern. Das kann für die Vermieter auch nach hinten losgehen, etwa indem sie gezwungen werden, zahlungsunfähigen Mietern zinslose Kredite einzuräumen. Das aber scheint an den Märkten bisher nicht als ernste Gefahr für die Konzerne wahrgenommen zu werden, da das grundlegende Geschäftsmodell funktioniert. Wichtiger als vorübergehende Krisenmaßnahmen dürfte eine übergeordnete, langfristige Bedrohung werden: dass die Wohnungspolitik immer weniger auf den Markt und immer mehr auf direkte Eingriffe setzt. Der Mietendeckel wurde in Berlin eingeführt, längst bevor die Corona-Krise absehbar war. Nicht auszuschließen ist, dass diese Krise auch die Debatte um die Enteignung großer Vermieter befeuert. Frei von Bedrohungen ist das Geschäftsmodell der Wohnungskonzerne keineswegs.

          Das Coronavirus belastet Architektenverträge. Seite I 3
          Michael Psotta

          Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Immobilienteil.

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