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Deutscher Strommix : Kohlestrom legt deutlich zu

  • -Aktualisiert am

Ein Kohlekran am Offenbacher Hafen trägt den Rohstoff vom Boden zur Verarbeitung. Bild: Wonge Bergmann

Noch funktioniert die Dekarbonisierung überhaupt nicht. Konventionelle Energieträger tragen den Großteil der Stromlast und gewinnen sogar Anteile hinzu. Ökostrom verliert dagegen.

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          Der größte Anteil des Stroms in Deutschland stammt weiter aus konventionellen Energieträgern. Von Juli bis September stieg ihr Anteil an der Stromeinspeisung leicht auf 56,9 Prozent von der erzeugten Strommenge von 118,4 Milliarden Kilowattstunden. Das teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit.

          Jan Hauser
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Wichtigster Energieträger ist die Kohle: Deren Anteil am gesamten Strommix erhöhte sich von 26,4 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 31,9 Prozent. Das glich hauptsächlich den Rückgang von Erdgas aus, dessen Anteil an der Stromeinspeisung sich um mehr als ein Drittel auf 8,7 Prozent verringerte. Ursächlich dafür dürfte der starke Preisanstieg von Erdgas sein. Der Anteil der Kernenergie stieg von 12,4 Prozent auf 14,2 Prozent.

          Schon in der ersten Jahreshälfte war der ins Netz eingespeiste Strom mit einem Anteil von 56,0 Prozent mehrheitlich konventionell erzeugt worden, nachdem der Strom im ersten Halbjahr 2020 zu 51,8 Prozent aus erneuerbaren Energien stammte. Die neue Regierung aus SPD, Grünen und FDP will den Anteil des Stroms aus erneuerbaren Energien bis 2030 um 80 Prozent erhöhen und „idealerweise“ dann auch die Kohlekraftwerke vom Netz nehmen.

          Von Juli bis September kamen erneuerbare Energien nach den neuen Daten nun auf 43,1 Prozent am eingespeisten Strom. Damit ging der Ökostromanteil weiter leicht zurück. Windkraft steuerte dabei als zweitwichtigste Energiequelle 16,6 Prozent zur Stromerzeugung bei. Dahinter Photovoltaik mit 13,3 Prozent, Biogas mit 6,0 Prozent und Wasserkraft mit 4,2 Prozent.

          Die nach Deutschland importierte Strommenge ist zudem von Juli bis September um 13,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Vor allem erhöhten sich die Stromimporte aus dem benachbarten Frankreich, die sich mehr als verdoppelten. Die exportierte Strommenge stieg hingegen nur um 8,9 Prozent. Damit wurde weiter deutlich mehr Strom exportiert als importiert. Insgesamt wurden von Juli bis September 1,1 Prozent mehr Strom ins Netz eingespeist.

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