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Konjunktur : Deutsche Wirtschaft schwächelt zum Jahreswechsel weiter

  • Aktualisiert am

Der Hamburger Hafen im Sonnenuntergang Bild: dpa

Ökonomen und Manager blicken zunehmend pessimistisch auf die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Wie startet die Konjunktur in das neue Jahr?

          2 Min.

          Die Konjunktur findet auch im Winter nicht zurück zu alter Stärke. Noch immer hellt sich die Stimmung in den Chefetagen der Unternehmen nicht auf. Wie schon in den Vormonaten, hat der Einkaufsmanagerindex von Markit auch im Dezember nachgegeben. Sowohl in Deutschland als auch im Euroraum sei die Wirtschaft so langsam wie seit vier Jahren nicht gewachsen, meldeten Ökonomen des Londoner Marktforschungsinstituts am Freitag.

          Für Deutschland fiel der Klimaindex um 0,1 Punkt auf 52,2 Punkte. Er stand damit allerdings noch oberhalb der 50-Prozent-Marke, die Wachstum signalisiert. Die schlechtere Stimmung könne auch daran liegen, dass die Schwäche der Autoindustrie als Folge der Probleme bei der Umstellung der Abgasmessung (WLTP) länger das Wachstum bremsen könnte, als Ökonomen es bisher erwartet hatten. Auch haben die Unruhen in Frankreich das Klima im Euroraum offenbar gedrückt – die Fähigkeit des Landes zu Reformen steht auf dem Spiel.

          Schwächer fällt auch die halbjährige Konjunkturprognose der Bundesbank aus. Sie erwartet für 2018 in Deutschland nur noch einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 1,5 Prozent. Im Juni hatte sie noch ein Plus von 2,0 Prozent vorhergesagt. Für nächstes Jahr senkte sie die Wachstumsprognose von 1,9 auf 1,6 Prozent, 2020 rechnet sie ebenfalls mit 1,6 Prozent Wachstum geben. 

          Auch andere Industrieländer schwächeln

          „Die deutsche Wirtschaft bleibt auf solidem Wachstumskurs“, schreibt die Bundesbank. Anders als etwa die Konjunkturforscher vom Ifo-Institut in München sehen die Ökonomen der Währungshüter die deutsche Wirtschaft noch immer in der Hochkonjunktur. Sonderfaktoren wie die Grippewelle im Frühjahr, Streiks und Schwierigkeiten in der Autoindustrie im Sommer sollen daran nichts ändern. Sorgen macht ihr die ungünstige demographische Entwicklung. „Auf der Angebotsseite begrenzt sie den weiteren Anstieg der Erwerbstätigkeit und trägt so zu zunehmenden Engpässen am Arbeitsmarkt bei, auf der Nachfrageseite dämpft sie den Bedarf an Wohnraum und die Investitionsneigung der Unternehmen“, erklärte Bundesbankpräsident Jens Weidmann.

          Die Winterprognosen der großen deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute klingen zum Teil etwas pessimistischer. Weil mit dem Brexit, dem Haushaltsstreit zwischen Brüssel und Italien und dem Handelkonflikts mit Amerika verbundene Unsicherheiten den Welthandel nach wie vor dämpften, hat das Ifo-Institut die Prognose deutlich gesenkt. Statt je 1,9 Prozent Wachstum in diesem und im kommenden Jahr, erwartet das Ifo-Institut nun, dass die Wirtschaftsleistung 2018 um 1,1 Prozent und 2019 um 1,5 Prozent zulegen wird. „Die durch die Autoindustrie ausgelöste Schwächephase zieht sich noch bis 2019 hin“, sagte Ifo-Konjunkturforscher Timo Wollmershäuser.

          Auch einige andere große Industrieländer treten in eine Phase schwächerer Konjunktur. Aktuell zeigt eine Umfrage in Japan ein schwächeres Wachstum an. Der Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China drückt auf die Stimmung unter den Managern der japanischen Großindustrie. Wie aus einer am Freitag veröffentlichten Quartalsumfrage („Tankan“) der Bank von Japan unter rund 10.000 Unternehmen hervorgeht, fiel der Stimmungsindex. Er ist aber noch positiv, das bedeutet, dass die Optimisten weiter in der Mehrheit sind.

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