https://www.faz.net/-gqe-9jt41

Stagnation in Deutschland : Wirtschaft schrammt nur knapp an Rezession vorbei

  • Aktualisiert am

Der Himmel ist grau über der deutschen Wirtschaft, nicht nur über dem Duisburger Industriehafen. Bild: Kai Nedden

Schrumpft die Wirtschaftsleistung zwei Quartale in Folge, sprechen Ökonomen von einer Rezession. Nach einem schwachen dritten Quartal 2018 stagnierte die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal. Das liegt vor allem am Ausland.

          1 Min.

          Internationale Handelskonflikte und die Abkühlung der Weltwirtschaft haben die deutsche Wirtschaft zum Jahresende gebremst. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stagnierte, lag also in den letzten drei Monaten des Jahres etwa auf dem Niveau des Vorquartals, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag anhand vorläufiger Daten in Wiesbaden mitteilte. Im dritten Quartal war die Wirtschaftsleistung sogar geschrumpft. Im Gesamtjahr 2018 wuchs das BIP etwas schwächer als zunächst berechnet.

          Die deutsche Wirtschaft ist damit Ende 2018 an einer leichten Rezession vorbeigeschrammt. Sinkt die Wirtschaftsleistung zwei Quartale in Folge, sprechen Ökonomen von einer „technischen Rezession“. Es handelt sich in diesem Fall aber nur um eine sehr milde Rezession. Anders sieht es aus, wenn die Wirtschaftsleistung im Gesamtjahr gegenüber dem Vorjahr schrumpft.

          1,4 Prozent Wachstum 2018

          Im Gesamtjahr 2018 wuchs Europas größte Volkswirtschaft um 1,4 Prozent und damit etwas schwächer als zunächst berechnet. Im Januar war die Wiesbadener Behörde noch von einem Anstieg des BIP von 1,5 Prozent ausgegangen. 2018 war das neunte Wachstumsjahr in Folge, allerdings hatte sich das Tempo deutlich verlangsamt

          Impulse kamen im vierten Quartal 2018 dem Bundesamt zufolge vor allem aus dem im Inland. Die Unternehmen investierten mehr in Bauten sowie in Maschinen und andere Ausrüstungen.

          Die Konsumausgaben der Verbraucher stiegen leicht. Die Konsumausgaben des Staates, zu denen unter anderem soziale Sachleistungen und Gehälter der Mitarbeiter zählen, legten den Angaben zufolge deutlich zu.

          Der Außenhandel lieferte dagegen keine Wachstumsimpulse. Der Export leidet unter handelspolitischen Stürmen und der Abkühlung der Weltkonjunktur.

          Für das laufende Jahren haben sich die Aussichten eingetrübt. Wirtschaftsforschungsinstitute, internationale Organisationen und die Bundesregierung hatten zuletzt ihre Wachstumsprognosen für die exportorientierte deutsche Wirtschaft gesenkt. Als Gründe wurden vor allem die Abkühlung der Weltwirtschaft, internationale Handelskonflikte sowie die Unwägbarkeiten des Brexits genannt.

          Die Bundesregierung erwartet für dieses Jahr eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts um 1,0 Prozent. In ihrer Herbstprognose war sie noch von einem Plus von 1,8 Prozent ausgegangen.

          Weitere Themen

          Rom verbannt den Diesel

          Fahrverbote : Rom verbannt den Diesel

          Während in Deutschland noch gestritten wird, macht die Bürgermeisterin von Rom Nägel mit Köpfen: Sie verhängt Fahrverbote für Diesel. Echte Umweltsünder dürfen dagegen weiter in die Stadt.

          Topmeldungen

          Wünscht sich wieder bessere Beziehungen zu Burma: Chinas Staatschef Xi Jinping trifft „Staatsrätin“ Aung San Suu Kyi

          Xi Jinping in Burma : Das Spiel mit dem Schmuddelkind

          Lange pflegte China enge Beziehungen zu Burma. Doch mit dem Ende der Militärdiktatur entfremdeten sich die Nachbarländer. Nun will Peking die alte Nähe wiederherstellen – und stärkt dem Land im Streit um den Umgang mit den Rohingya den Rücken.
          Hier funkelt noch nichts: Der Sewelô getaufte Rohdiamant ist derzeit von einer Kohlenschicht umhüllt.

          Nach Sensationsfund : Louis Vuitton im Diamantenfieber

          Eigentlich ist die Marke für Kleidung und Taschen bekannt, jetzt expandiert Louis Vuitton ins Schmuckgeschäft. Der Luxuskonzern kauft den zweitgrößten Rohdiamanten der Welt.
          Deborah Dugan bei der Bekanntgabe der Grammy-Nominierungen am 20. November

          Zehn Tage vor der Verleihung : Chefin von Grammy-Akademie beurlaubt

          Die Grammy-Gala am 27. Januar hätte die erste unter der Leitung von Deborah Dugan werden sollen. Jetzt wurde die Leiterin der Grammy-Akademie suspendiert. Eine Mitarbeiterin hatte Dugan eines „Fehlverhaltens“ beschuldigt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.