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Absatz fast verdoppelt : Deutsche kaufen 90 Prozent mehr Toilettenpapier

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Zwei Packungen Toilettenpapier stecken in einem Fahrradkorb. Bild: dpa

Infolge der steigenden Infektionszahlen hamstern die Deutschen wieder. Hygieneartikel und bestimmte Lebensmittel sind besonders begehrt – und der Handel stellt eine einfache Grundregel auf.

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          Deutschlands Verbraucher decken sich angesichts steigender Corona-Infektionen amtlichen Zahlen zufolge wieder zunehmend mit Hygieneartikeln und bestimmten Lebensmitteln ein. Wie eine Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes ergab, war der Absatz von Toilettenpapier in der Woche vom 12. bis 17. Oktober 2020 fast doppelt so hoch (plus 89,9 Prozent) wie im Durchschnitt der Vorkrisen-Monate August 2019 bis Januar 2020.

          Die Verkaufszahlen von Desinfektionsmitteln lagen in der betrachteten Woche nach Angaben der Wiesbadener Behörde vom Donnerstag um knapp drei Viertel (plus 72,5 Prozent) und die von Seife um knapp zwei Drittel (plus 62,3 Prozent) über dem Vorkrisen-Durchschnitt. Auch die Nachfrage nach Mehl (plus 28,4 Prozent) und Hefe (plus 34,8 Prozent) zog nach Erkenntnissen der Statistiker wieder deutlich an.

          Politiker und der Handel versichern immer wieder, die Versorgungslage mit Gütern des täglichen Bedarfs sei gesichert und appellieren an die Verbraucher, keine „Hamsterkäufe“ zu tätigen. Eine abermalige Welle solcher Vorratskäufe wie im Frühjahr sehen große Handelsketten bislang nicht, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur Anfang dieser Woche ergab. 

          „Wir beobachten weiterhin keine flächendeckende Veränderung des Einkaufsverhaltens der Kunden“, sagte ein Sprecher des Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH), Christian Böttcher, denn auch am Donnerstag. „Generell spiegelt die Nachfrage in den Lebensmittelgeschäften wie bisher die Bevorratung des normalen Bedarfs wider.“ Vereinzelt komme es in einigen Regionen und bei einigen Warengruppen wie Hygieneartikeln zu einer höheren Nachfrage. Die werde aber problemlos von den Lieferketten aufgefangen, es werde immer wieder aufgefüllt.

          „Es gibt aus unserer Sicht auch künftig keinen Grund, zusätzliche Vorräte anzulegen“, sagte Böttcher. „Die Warenversorgung ist stabil. Lagerbestände sind ausreichend vorhanden.“ Eine wichtige Grundregel sollte beim Lebensmitteleinkauf immer beherzigt werden, sagte der Sprecher: „Wenn jeder nur das kauft, was er braucht, ist auch genug für alle da“.

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