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Deutsche Maschinenbauer : Frust über die Russland-Sanktionen

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Wenn Ministerpräsidenten das Ende der Russland-Sanktionen fordern, darf das der Präsident einer deutschen Kernindustrie erst recht. Denn die sind nicht sein einziges Problem.

          Wenn schon deutsche Ministerpräsidenten ein Ende der Russland-Sanktionen fordern, dann darf das der Präsident einer industriellen Kernbranche erst recht. Zumal die Maschinenbauer, deren erster Mann Carl Martin Welcker ist, tatsächlich einiges einstecken mussten in Putins Reich.

          Ehemals der mit Abstand wichtigste Ausrüster russischer Unternehmen mit Maschinen, ist der deutsche Primus inzwischen deutlich geschrumpft. Chinesische Konkurrenten hat’s gefreut, sie sind in die Lücke gestoßen.

          Es greift zu kurz, in Welcker einen dünnhäutigen Verbandsoberen zu sehen, der von eigenen Schwächen ablenken will – haben die Maschinenbauer zuletzt doch mehrmals ihre Prognosen kassieren müssen, und zwar nicht für Russland, sondern für ihr gesamtes Geschäft. Vielmehr ist es so, dass es gerade ein paar internationale Baustellen zu viel gibt, um ständig die Fassung zu wahren.

          Für die exportstarken Maschinenbauer, die vier von fünf Maschinen ins Ausland verkaufen, ist es natürlich nicht neu, von der internationalen Politik abhängig zu sein. Das nehmen sie in guten wie in schlechten Zeiten normalerweise schulterzuckend hin.

          Sie wollen mit technischen Lösungen punkten, nicht mit politischen. Aber angesichts von amerikanisch-chinesischem Handelskrieg, Brexit oder eben Russland-Sanktionen sollte gelten: Auch Export-Weltmeister dürfen mal Dampf ablassen.

          Uwe Marx

          Redakteur in der Wirtschaft.

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