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Sozialstandards im Handel : Deutsche kaufen mehr Fair-Trade

Bio-Bananen mit dem Fairtrade-Siegel werden in einem Supermarkt angeboten. Bild: dpa

Vor allem Kaffee und Bananen mit dem Produktsiegel für fair produzierte Ware sind bei den Konsumenten beliebt. Im gesamten Handel aber ist das noch ein Tropfen auf dem heißen Stein.

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          Fair gehandelte Produkte werden in Deutschland immer beliebter: Pro Kopf gab jeder Deutsche im vergangenen Jahr 20,50 Euro für fair produzierte Lebensmittel, Textilien und Handwerksprodukte aus. Insgesamt erwirtschafteten die fairen Waren einen Umsatz von rund 1,7 Milliarden Euro – und damit rund 15 Prozent mehr als im Jahr 2017. Davon entfielen rund 1,4 Milliarden auf Waren mit dem Fairtrade-Produktsiegel. Das teilte die Organisation „Forum Fairer Handel“ am Mittwoch auf der Jahrespressekonferenz in Berlin mit.

          Stefanie Diemand
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Besonders der fair gehandelte Kaffee sei bei den Konsumenten beliebt, rund 32 Prozent des gesamten Umsatzes entfiel auf das Getränk. Im Jahr 2017 waren es noch 27 Prozent. Sehr oft kauften die Konsumenten auch faire Bananen ein. Mit rund 95.000 Tonnen Bananen erreichte die Frucht einen Marktanteil von rund 14 Prozent. Auch ansonsten erwarben die Deutschen hauptsächlich fair gehandelte Ware aus dem Lebensmittelbereich, diese nehmen rund 81 Prozent der im fairen Handel verkauften Produkte ein. Kleidung und Textilien machten nur knapp 9 Prozent am Umsatz aus.

          Zwar stieg damit der Umsatz mit fair gehandelten Produkten in diesem Jahr. Sie nehmen aber weiterhin nur einen geringen Anteil am Gesamthandel ein. „Diese positive Entwicklung darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass weiterhin geschätzte 99 Prozent des Handels nicht fair sind“, gab Manuel Blendin, Geschäftsführer des Forum Fairer Handel, in der offiziellen Mitteilung zu Bedenken.

          So erwirtschafteten die sogenannten Fair-Handels-Unternehmen, die den international definierten Grundsätzen des fairen Handels folgen, nur rund 209 Millionen Euro. Davon erwirtschaften die Weltläden rund 78 Millionen Euro Umsatz. Damit ist der Anteil am Gesamthandel noch immer auf einem niedrigen Niveau. Zum Vergleich: Allein 2018 gaben deutsche Verbraucher insgesamt 10,9 Milliarden Euro für Bio-Lebensmittel aus, mehr als in jedem anderen EU-Land. Bioprodukte können zwar ein Fair-Trade-Siegel tragen, müssen es aber nicht. Denn bei Bioprodukten werden hauptsächlich ökologische Standards geprüft. Fair-Trade-Produkte hingegen legen ihren Schwerpunkt auf faire Handelsbedingungen und Sozialstandards. 

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