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Mars-Mission : Deutsche drohen bei Mond-Missionen außen vor zu bleiben

  • Aktualisiert am

Die deutsche Raumfahrtindustrie wird von den Mond- und Mars-Missionen der Vereinigten Staaten voraussichtlich nicht unmittelbar profitieren.

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          Die deutsche Raumfahrtindustrie wird von den Mond- und Mars-Missionen der Vereinigten Staaten voraussichtlich nicht unmittelbar profitieren. "Die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa vergibt keine Aufträge an europäische Unternehmen", sagte ein Sprecher von EADS Astrium in Friedrichshafen auf Anfrage. Der Raumfahrtbereich des EADS-Konzerns ist das größte europäische Raumfahrtunternehmen.

          Auch der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrindustrie (BDLI) schätzt die Chancen für eine Beteiligung gering ein. "Wir wollen teilhaben und mitmachen", sagte der BDLI-Sprecher in Berlin. Doch auch er meinte: "Erfahrungsgemäß bedient die Nasa in erster Linie die amerikanische Industrie." Insofern werde sich aus Mond- und Marsmissionen vor allem ein Innovationsschub für die amerikanische Luft- und Raumfahrt ergeben. Der BDLI bekräftigte seinen Appell an die Bundesregierung, die Haushaltsmittel für das nationale Raumfahrtprogramm nicht noch weiter zu senken. Es müsse vielmehr ausgebaut werden, um die deutschen Unternehmen für Kooperationen mit den Amerikanern zu stärken.

          Noch keine Beteiligung an „Aurora“

          Auch sonst sieht es derzeit so aus, als ob die Besiedelung des Mondes an der deutschen Raumfahrtindustrie vorbeigeht. Zwar hat der Ministerrat der Europäischen Union im vergangenen Jahr für Europa das ähnliche, bislang wesentlich kleinere Programm "Aurora" gestartet, das erst einen Flug von Raumfahrern zum Mond und etwa im Jahr 2030 eine bemannte Mission zum Mars vorsieht. Bisher hat sich die Bundesregierung daran aber noch nicht beteiligt - und deswegen bleibt auch die deutsche Industrie außen vor. "Wir hoffen, daß sich die Bundesregierung noch zu einer Beteiligung an Aurora entschließt", sagte der EADS-Sprecher.

          Auf längere Frist ist denkbar, daß Europäer und Amerikaner aus Kostengründen ihre Mond- und Marsmissionen zusammenfassen. Die Raumfahrtbehörde Nasa hat Rußland, Kanada und Europa bereits wegen möglicher Kooperationen angesprochen. Dies sei eine Entscheidung der europäischen Raumfahrtbehörde Esa, sagte ein Sprecher des EADS-Raumfahrtbereichs in Bremen. Die notwendige technische Expertise sei in der deutschen Industrie vorhanden.

          Für die Europäer ist wichtig, daß der amerikanische Präsident George Bush zugesagt hat, daß die internationale Raumstation ISS bis zum Jahr 2010 fertiggestellt werden solle. Dies sichere rund 2000 Arbeitsplätze in Deutschland, sagte der EADS-Sprecher in Bremen. Europa ist an diesem internationalen Forschungsprojekt mit knapp 10 Prozent beteiligt, woran die Deutschen wiederum mit einem Anteil von 40 Prozent der wichtigste Partner sind. Im EADS-Raumfahrtstandort in Bremen werden dafür das Columbus-Forschungslabor und Experimentieranlagen gebaut. Zudem sollten in Bremen in den kommenden zehn Jahren sechs bis sieben unbemannte Raumtransporter ATV hergestellt werden.

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