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Deutsche Börse und Nyse : Börsenfusion steht vor dem endgültigen Aus

Die Deutsche Börse hat für externe Juristen und Fusionsberater schon mehr als 100 Millionen Euro ausgegeben. Bild: dapd

Die Deutsche Börse hat kaum noch Chancen, mit der New Yorker Nyse Euronext fusionieren zu dürfen. Dem Vernehmen nach wollen 25 der 27 EU-Kommissare ein Verbot des geplanten Zusammenschlusses mittragen.

          Das Fusionsvorhaben von Deutscher Börse und der New Yorker Nyse Euronext ist wohl endgültig gescheitert. Dem Vernehmen nach haben 25 der 27 Kommissare zugesagt, ein Verbot des geplanten Zusammenschlusses zu billigen. Damit scheint klar, dass die Versuche der beteiligten Unternehmen, die absehbare Verbotsentscheidung in letzter Minute zu verhindern, erfolglos geblieben sind. Unter anderem die Bundesregierung hatte früh signalisiert, sich nicht für die Fusion einsetzen zu wollen, sondern der zuständigen EU-Kommission die Entscheidung zu überlassen.

          Angst vor Monopol bei Terminkontrakten

          Werner Mussler

          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Daniel Mohr

          Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Woche.

          Der französische Binnenmarktkommissar Michel Barnier, der als Befürworter der Fusion gilt, gab am Mittwoch zwar indirekt abermalige Bedenken gegen das Verbot zu Protokoll. Die Fusion sei ein für die europäische Finanzindustrie bedeutendes Vorhaben, ließ Barnier seine Sprecherin mitteilen. Deswegen wolle der Kommissar sich die notwendige Zeit nehmen, um sich eine abschließende Meinung zu bilden. So hat Barnier sich dem Vernehmen nach die Option offengehalten, sich bei der endgültigen Abstimmung der Kommissare für eine Verschiebung der Entscheidung einzusetzen. Da das Meinungsbild unter den Kommissaren aber insgesamt eindeutig sei, werde Barnier von der Option wohl keinen Gebrauch machen, hieß es.

          Der spanische Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia betonte am Mittwoch in Brüssel, die EU-Kommission werde ihre Entscheidung über die Fusion „zweifellos“ am 1. Februar fällen. Almunia lehnt die geplante Fusion aus wettbewerbsrechtlichen Gründen ab. Seiner Ansicht nach entstünde durch die Zusammenführung der Londoner Terminbörse Liffe (Nyse Euronext) und der Frankfurter Eurex (Deutsche Börse) ein Monopol im europäischen Handel mit Terminkontrakten.

          100 Millionen Euro für Fusionsberater und Juristen

          Die Börsen forderten stets die Betrachtung des Weltmarkts unter Einbeziehung des bedeutsamen außerbörslichen Terminhandels. „Es ist schwer nachzuvollziehen, dass die Generaldirektion Wettbewerb die globale Dimension des schon bestehenden und sich rasant entwickelnden Wettbewerbs auf dem Börsensektor zu negieren scheint“, sagte Manfred Gentz, Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Börse, am Dienstagabend auf dem Neujahrsempfang der Börse in Eschborn. Vorstandschef Reto Francioni verwies in seiner Rede auf die Wachstumsmöglichkeiten seines Unternehmens auch ohne Fusion.

          Die Fusion war vor knapp einem Jahr angekündigt und von den Aktionären im Sommer mit großer Mehrheit beschlossen worden. Die Deutsche Börse hat für externe Juristen und Fusionsberater schon mehr als 100 Millionen Euro ausgegeben.

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