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Deutsche Börse : Porsche muss aus dem MDAX ausscheiden

  • Aktualisiert am

Porsche fährt aus dem MDAX Bild: dpa

Keine Einigung zwischen Deutscher Börse und Porsche. Porsche will keine Quartalsberichte erstellen und wird deshalb wohl aus dem MDAX herausgenommen werden.

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          Die auf Wunsch von Porsche nochmals aufgenommenen Gespräche mit der Deutsche Börse AG über die Erstellung von Quartalsberichten haben zu keinem Ergebnis geführt. Das hat die Deutsche Börse am Mittwoch mitgeteilt.

          Laut Deutscher Börse will Porsche auch zukünftig keine vollständigen Quartalsberichte erstellen und erfüllt damit nicht mehr die Vorraussetzungen für den MDAX. Die Deutsche Börse wird am 7. August bei der nächsten planmäßigen Überprüfung der Aktienindizes über die Herausnahme der Aktie der Dr. Ing. hc. Ferdinand Porsche AG aus dem Index beschließen.

          Börse fordert Quartalsberichte

          Die Notierung der Aktie im Amtlichen Handel der FWB Frankfurter Wertpapierbörse bleibt davon unberührt. Die Deutsche Börse respektiere die Entscheidung von Unternehmen keine Quartalsberichte zu erstellen, sagte Christoph Lammersdorf, Mitglied des Vorstands der Deutschen Börse. „Porsche erfüllt ohne Quartalsberichte nicht mehr die Standards, die wir im Interesse der Investoren setzen,“ so Lammersdorf. „Wer in einem Auswahlindex ist, sollte Anteilseigner gleichzeitig, regelmäßig und vollständig informieren.“

          Durch Quartalsberichte hätten alle Anleger den gleichen Zugang zu Informationen und könnten die langfristige Entwicklung des Unternehmens kontinuierlich beurteilen, argumentiert Lammersdorf. Quartalsberichte erhöhen die Transparenz auf dem Kapitalmarkt und haben sich international als Standard in der Kommunikation mit Investoren durchgesetzt.

          Porsche sieht Ausschluss gelassen

          Ein Porsche-Sprecher hatte am Montag erklärt, das Unternehmen bleibe bei seiner Haltung und sehe einen möglichen Ausschluss aus dem MDAX «gelassen». Zuvor hatte Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking in einem Interview mit der «Zeit» gesagt, es gebe in einem Unternehmen «fundamental wichtigere Indikatoren» als Quartalsberichte. Diese Berichte führten lediglich zu hektischen Auf und Ab an der Börse, fügte Wiedeking hinzu. Zudem könne es nicht angehen, “dass wir uns nur noch an den Kapitalmärkten der Welt orientieren».

          Die Deutsche Börse hat bereits Anfang 1999 entschieden, dass alle Unternehmen in den Aktienindizes DAX und MDAX ab 2001 Quartalsberichte erstellen müssen. Da die Akzeptanz eines Index bei Anlegern von dessen Qualität und Aussagekraft abhängt, hat die Deutsche Börse Quartalsberichte als Vorraussetzung für die Aufnahme und den Verbleib von Unternehmen in ihren Indizes definiert. Vor allem mit Hinblick auf ausländische Investoren seien internationale Berichtsstandards unverzichtbar, so die Deutsche Börse.

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